An Abenden wie diesen
DARMSTADT. Dirk Schuster kehrte ein. Er setzte sich auf einen Tisch in den Katakomben des Stadions, die Körperspannung wich, der Blick wurde starr.
DARMSTADT. Dirk Schuster kehrte ein. Er setzte sich auf einen Tisch in den Katakomben des Stadions, die Körperspannung wich, der Blick wurde starr. Der Trainer war nicht mehr ansprechbar für die vorbeikommenden Schulterklopfer. Es war einer der wenigen Momente der Ruhe für den 45-Jährigen an diesem besonderen Arbeitstag als Coach des SV Darmstadt 98. Etwas mehr als eine Stunde vorher hatte sich die Freude der südhessischen Fußballseele so eruptiv Bahn gebrochen, dass die Risse im maroden Mauerwerk des Böllenfalltorstadions wohl noch tiefer wurden. Mittelfeldmotor Hanno Behrens hatte am Mittwochabend in jener 36. Spielminute per Kopf den 1:1-Ausgleichstreffer für sein kampfstarkes Team gegen den großen FC Schalke 04 erzielt. Und in diesem emotional hochtourigen Moment war sie da, die Hoffnung auf eine wundersame Fortsetzung des Pokalmärchens des Drittligaklubs, der in Runde eins schon Borussia Mönchengladbach niedergerungen hatte. Diese zerschlug sich zwar bei der letztlich verdienten 1:3-Niederlage gegen den Champions-League-Starter. Aber der Fußballabend zur besten Sendezeit hielt einige Momente bereit, die dafür taugten, die Marke SV 98 über den Tag hinaus auch außerhalb der Region wiederzubeleben.
Alex Westhoff





