Am Abgrund
Die Conergy AG zählt zu den Pionieren im deutschen Ökostromrevier. In der mit Milliardensubventionen gepäppelten Solarbranche wurden die Hamburger anfangs ...
Die Conergy AG zählt zu den Pionieren im deutschen Ökostromrevier. In der mit Milliardensubventionen gepäppelten Solarbranche wurden die Hamburger anfangs besonders heiß gehandelt: Mehr als 160 Euro brachte die Aktie im Jahr 2007 auf die Börsenwaage. Umso jäher war der bald darauf einsetzende Abstieg. Verblendet durch das Gift der Subventionen, verlor der Vorstand jegliches Augenmaß und investierte in nahezu alle Spielarten erneuerbarer Energien. Als dieser Irrlauf halbwegs korrigiert war, begann die eigentliche Branchenkrise: Überkapazitäten, scharfer Wettbewerb aus Asien und drastisch sinkende Preise drückten einen Anbieter nach dem anderen an den Rand des Abgrunds oder darüber hinaus. Nun hat es auch Conergy erwischt. Der Insolvenzantrag muss allerdings nicht das endgültige Aus bedeuten. Siehe Q-Cells. Dieser sachsen-anhaltische Wettbewerber musste ebenfalls Insolvenz anmelden, hatte dann aber Glück im Unglück. Der koreanische Mischkonzern Hanwha kaufte Q-Cells und verpflichtete sich, einen Großteil der rund 1500 Arbeitsplätze zu erhalten. Auch für Conergy gab es zuletzt einen Einstiegsinteressenten. Vielleicht bleibt er ja am Ball.





