Stuckrad-Barres „Noch wach?“ : „Körper an Körper JETZT“

Von MeToo und Machtmenschen: Wer Benjamin von Stuckrad-Barres Roman „Noch wach?“ als bloßen Schlüsselroman liest, entzieht ihm seine literarische Qualität.
Nachts am Pool, so verrückt geht es zu, trifft der Erzähler eine Frau, die sich Basketballs nennt. Er kennt sie, hat schon mit ihr gearbeitet, eine Sendung konzipiert, die sie dann moderiert hat. Kaum haben sich die beiden begrüßt, bekommt die Frau eine SMS. Der Erzähler darf die Nachricht mitlesen, hier in Hollywood ist man ja unter sich, und auch die anderen, die sofort folgen, die nur im ersten Moment nach echter Sehnsucht klingen: „Bin da.“ „Körper an Körper JETZT.“ „Scheiß klimaanlage komm und wärm mich.“ „Starke vermissung.“ Dann, weil keine Antwort kommt: drohende Fragezeichen. Und er beobachtet, wie der Frau namens Basketballs sehr schnell sehr unwohl zumute wird. Der Absender ist ihr Chef.
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