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NACHHALTIGKEIT ALS WETTBEWERBSFAKTOR :
„Verantwortungsvolle Führung muss im Arbeitsalltag erkennbar sein“

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Verantwortung als Unternehmensaufgabe: Die Konferenz bot den Rahmen für Fragen, die auch Alanod beschäftigen – von Ressourceneffizienz bis zur Führung im Arbeitsalltag.
Verantwortung als Unternehmensaufgabe: Die Konferenz bot den Rahmen für Fragen, die auch Alanod beschäftigen – von Ressourceneffizienz bis zur Führung im Arbeitsalltag.Jonas Ratermann

Wie Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsfaktor wird und Führung im Alltag wirkt: Michael Schlosser, CEO von Alanod, im Interview über industrielle Verantwortung.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie bei Alanod, wenn kurzfristiger Kostendruck und langfristige Nachhaltigkeitsziele in Konflikt geraten?

Für uns ist Nachhaltigkeit keine isolierte Zielgröße, sondern Teil unserer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb betrachten wir bei Investitionen nicht ausschließlich die kurzfristigen Kosten, sondern auch Energie- und Ressourceneffizienz, Versorgungssicherheit und langfristige Wirtschaftlichkeit. In Ennepetal nutzen wir Solarthermie-Kollektoren zur Bereitstellung von Warmwasser für unsere Produktion. Damit reduzieren wir unmittelbar den Bedarf an konventionell erzeugter Energie. Gleichzeitig setzen wir in der Produktion auf 100 Prozent Grünstrom. Verantwortungsvolle Führung bedeutet für uns, ökologische und wirtschaftliche Ziele zusammenzubringen.

Wo leisten Ihre Aluminiumoberflächen einen besonders großen Beitrag zur Energie- und Ressourceneffizienz – und wie bewerten Sie den Nutzen über den Lebenszyklus?

Bei Beleuchtungs- und Tageslichtsystemen ermöglichen hochreflektierende Oberflächen eine effiziente Lichtlenkung. Im Bereich Solarthermie sorgen unsere Absorberoberflächen dafür, Sonnenenergie effizient für die Wärmeerzeugung nutzbar zu machen. Bei einem Solarthermieprojekt in Friesach, Österreich, kommen auf 5.750 Quadratmetern Kollektoren mit mirotherm® Oberflächen für die Fernwärmeversorgung zum Einsatz. Die Anlage erzeugt rund 2,5 GWh Wärme pro Jahr und deckt damit etwa 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs des lokalen Fernwärmenetzes. Den Nutzen bewerten wir anhand technischer Leistungsdaten und anwendungsspezifischer Anforderungen. Wir wollen die Transparenz weiter erhöhen, damit ökologische Vorteile künftig noch umfassender über den Lebenszyklus dargestellt werden können.

Sie geben einen Anteil von bis zu 90 Prozent recyceltem Aluminium an. Was fehlt noch für geschlossene Materialkreisläufe?

Ein hoher Anteil an Recyclingmaterial im Ausgangsmaterial ist nur ein Teil der Lösung. Eine echte Kreislaufwirtschaft setzt voraus, dass das Material nach seiner Nutzung tatsächlich erfasst, möglichst sortenrein getrennt und wieder einer hochwertigen Verwendung zugeführt wird. Dafür braucht es eine stärkere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Transparenz über Materialien und Legierungen sowie funktionierende Rückführungs- und Sortierprozesse sind entscheidend. Wir wollen gemeinsam mit Lieferanten und Kunden Möglichkeiten zur Rückführung von Aluminium und Produktionsresten weiterentwickeln.

Wie beziehen Sie die Beschäftigten in den technologischen und ökologischen Wandel ein?

Wir investieren in Ausbildung und Weiterbildung und bilden Nachwuchskräfte in Ennepetal aus. Gleichzeitig ist uns wichtig, die Erfahrung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubeziehen. Viele Verbesserungen entstehen im täglichen Umgang mit Anlagen, Materialien und Prozessen. Verantwortungsvolle Führung muss im Arbeits-
alltag erkennbar sein: durch sichere Arbeitsbedingungen, Qualifizierung, offene Kommunikation und langfristige Perspektiven. Unsere zertifizierten
Managementsysteme nach ISO 14001 und ISO 50001 schaffen hierfür einen verbindlichen Rahmen.

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