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Dürre wird Normalzustand : Deutschland trocknet aus

Sieht aus wie die Serengeti, ist aber Sachsen. Ein abgestorbener Obstbaum an einem Feld nahe Krostitz am 5. Juli 2022. Bild: dpa

Eine Hitzewelle rollt heran. Doch eine größere Gefahr nähert sich schleichend und unsichtbar. Zu Besuch bei einer Schweizer Forscherin, die das früh erkannte.

          8 Min.

          Sonia Seneviratne sah das Drama kommen, schon vor zwanzig Jahren. Denn die Umweltphysikerin von der ETH Zü­rich blickte früh dorthin, wo sonst niemand hinsah, weil dort scheinbar nichts zu sehen war: in den Boden. Doch sie hat einen Weg gefunden, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Er führt an einen unscheinbaren Ort zwischen Zürich und St. Gallen. Dort kann sie zeigen, wie schlimm es um das Klima in Europa wirklich steht.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine halbe Autostunde entfernt von Zürich liegt in einem kleinen Tal auf 754 Meter Höhe die Forschungsstation Rietholzbach, benannt nach dem Rinnsal, das das Tal durchfließt. Seneviratnes Mitarbeiter Dominik Michel biegt in ei­nen Feldweg ein, nach hundert Metern stellt er das Elektroauto ab. Es ist Mittag, die Sonne sticht, links neben dem Feldweg sieht man einen renovierten Bauernhof, rechts die umzäunte Station, in der Ferne bimmelt eine Kuhglocke. Die Forscher gehen durch das Tor und steuern eine in den Boden eingelassene Stahlluke an. In drei Meter Tiefe erreichen sie das Betonfundament. Unten ist es kühl und dunkel. An der Wand hängt ein schwarzes Wählscheibentelefon, daneben ein ro­tes Display. In der Ecke steht die Sensation dieses Kellers: das Lysimeter.

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