https://www.faz.net/-gqe-9jx9x

Berater-Affäre-Kommentar : Wenn der Staat sich Hilfe holt

Der Untersuchungsausschuss zur Berater-Affäre tagt im Verteidigungsministerium. Bild: dpa

Empörung macht sich breit, dass die Bundesregierung horrende Summen in externe Beratung investiert. Ist es sinnvoll, Steuergeld so einzusetzen?

          3 Min.

          Der Staat gibt immer mehr Geld für externe Berater aus. Kürzlich sorgte der linke Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn für die Schlagzeile, die Bundesregierung habe innerhalb von elf Jahren eine Milliarde Euro für Berater ausgegeben. Das hatte eine seiner kleinen Anfragen beim Bundesfinanzministerium ergeben. Höhn hat damit die von ihm beabsichtigte Empörungswelle ausgelöst.

          Tatsächlich gibt der Staat sogar viel mehr Geld für solche Dienste aus, denn nicht nur die Bundesministerien lassen sich von externen Beratern helfen, auch Länder, Gemeinden und Stadtwerke kaufen Rat von Dritten ein. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater gibt der deutsche Staat insgesamt in einem einzigen Jahr rund 3 Milliarden Euro für Berater aus, vor zehn Jahren waren es erst 1,7 Milliarden. Die Ausgaben haben sich seither also fast verdoppelt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          „Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun“, schrieb Drosten über die Anfrage der „Bild“

          „Bild“ gegen Drosten : Die versuchte Vernichtung

          Die Kampagne der „Bild“-Zeitung gegen den Virologen Christian Drosten legt vor allem eines offen: Das Desinteresse vieler an den Fakten für eine angemessene Pandemie-Politik.
          Entscheiden ist die Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Hier heißt das Gebot der Stunde nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

          Die verlorenen Jahre : Was Gutverdiener finanziell oft falsch machen

          Bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen hapert es oft an der Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt.
          In Schieflage: Hauptsitz der Awo Frankfurt an der Henschelstraße

          Awo Frankfurt : Dokument der Maßlosigkeit

          Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt fasst in seinem Zwischenbericht nüchtern zusammen, was die Sonderprüfung des Kreisverbands Frankfurt ergeben hat. Die beschriebenen Zustände grenzen ans Absurde.