LBBW-Vorsitzender : Bankchef geißelt Bürokratie

Der alternden Bevölkerung fehlt die Risikobereitschaft, findet LBBW-Chef Rainer Neske. Er fordert eine Reform des Klagerechts.
Die Bürokratie ist aus Sicht des Chefs der größten deutschen Landesbank auch ein Ausdruck der alternden Bevölkerung. Politische Vorgaben seien ein Abbild einer Kultur mangelnder Risikobereitschaft und Eigenverantwortung, sagte der Vorstandsvorsitzende der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Rainer Neske, am Mittwochabend im Wirtschaftspresseclub in Stuttgart. Der Staat wiederum verspreche den Bürgern, Risiken von ihnen fernzuhalten. „Das ist ein Henne-Ei-Problem. Es ist aber auch das Problem einer alternden Bevölkerung, die nicht mehr risikobereit ist“, sagte der Manager, der sich skeptisch über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und Europas äußerte. Vergleichsweise positiv blickte er auf Baden-Württemberg. Hier verließen sich die Unternehmer weniger auf den Staat. Neske führt das Geldhaus seit sechseinhalb Jahren.
Deutschland habe einen gigantischen Perfektionsanspruch, kritisierte er. Vieles sei so komplex geworden, dass die Unternehmen überfordert seien. Bei jedem Thema rufe irgendeine Gruppe nach dem Schutz für ihre Vergangenheit und ihre Privilegien, weil sie sich möglichst nicht verändern wolle. Es sei daher notwendig, das Klagerecht zu reformieren. Wenn man diesen „gordischen Knoten“ nicht durchschlage, komme man nicht vorwärts. Die Flüssiggas-Terminals in der Nordsee seien eine Ausnahme.
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