Jugendschutz : Tiktok und Co. müssen in die Pflicht genommen werden
Die Kurzvideo-Plattform Tiktok hat neue Jugendschutzmaßnahmen angekündigt. Das ist gut – und doch zu wenig.
Eltern von Teenagern sind ja schon seit jeher nicht zwingend zu beneiden. Doch mit dem Aufkommen immer neuer sozialer Medien sind selbst digitalaffine Mütter und Väter überfordert. Wo die Medienerziehung früher vielleicht noch daraus bestand, den Stecker des Fernsehers zu ziehen, sind die potentiellen Gefahren heute vielschichtiger. Dass Tiktok die Kontrollmöglichkeiten für Eltern erweitert, ist deshalb eine gute Nachricht. Denn von lustigen Tier- und Tanzvideos sind es nur wenige Klicks zu Selbstverletzungsaufrufen und „Challenges“, die auch mal das Schlucken giftiger Waschmittelkapseln beinhalten können. Doch auch die neuen Maßnahmen der Plattform lassen sich von findigen Jugendlichen leicht umgehen. Alles können die Eltern schlicht nicht kontrollieren. Deshalb müssen die Anbieter in die Pflicht genommen werden: Zum einen müssen sie die Inhalte auf ihrer Plattform sorgfältiger moderieren. Zum anderen braucht es eine wirklich wirksame Altersüberprüfung. Aller Jugendschutz der Welt nützt nichts, wenn 12-Jährige ihr Geburtsdatum bei der Erstellung des Profils einfach ein Jahrzehnt nach vorne verlegen.
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