FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Telecom Italia :
Irrweg der Telecom

Christian Schubert
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Dass der Staat der bessere Netzwerkbetreiber ist, hätte sich herumgesprochen - wenn es so wäre

Telecom Italia ist hoch verschuldet und wird von den Wettbewerbern unter Druck gesetzt. Der erst kürzlich angetretene Vorstandsvorsitzende Pietro Labriola sucht Einnahmequellen und meint sie nun im Verkauf seiner Netzinfrastruktur zu finden. Diese soll künftig von der staatlichen Beteiligungsgesellschaft CDP kontrolliert werden. Ein staatlich dominierte Einheitsgesellschaft bringe angeblich den Netzausbau schneller voran. Doch dass ein Staat die nötige Dynamik für solch eine Mammutaufgabe aufbringt, hätte sich wohl herumgesprochen – wenn es so wäre. Die vermeintliche Zerstückelung der Netzwerke durch eine staatliche Einheitslösung zu ersetzen ist mehr als ein zweifelhafter Weg. Der Wettbewerb – der Antreiber auch bei vielen Infrastrukturprojekten – bleibt völlig auf der Strecke. Hinzu kommen Interessenkonflikte: Die staatliche CDP ist auch bei Telecom Italien mit 10 Prozent ein wichtiger Aktionär. Kann sie ein neutraler Netzbetreiber sein? Und wie stark ist Telecom Italia überhaupt ohne Netz? Viele Fragen sind somit offen. Schon in der Vergangenheit scheiterte das Einheitsnetz. Um diesen neuen Anlauf wäre es auch nicht schade.

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