https://www.faz.net/-gqe-76y4f

Insolvenzverschleppung : Anklage gegen frühere Teldafax-Manager erhoben

  • Aktualisiert am

Mit Billigtarifen lockte Teldafax einst Kunden Bild: dapd

Seit Jahren steckte Teldafax in finanziellen Schwierigkeiten, doch erst 2011 meldete der Energieversorger Insolvenz an. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei frühere Manager erhoben.

          Die Staatsanwaltschaft Bonn hat gegen drei verantwortliche Manager des ehemaligen Billigstromanbieters Teldafax Anklage erhoben. Den beiden Ex-Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch sowie Firmengründer Michael Josten wird Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßiger Betrug in 241 Fällen vorgeworfen, teilte die Behörde am Freitag mit.

          Die Teldafax Holding war nach den Erkenntnissen der Ermittler spätestens Mitte 2009 zahlungsunfähig und überschuldet. Der Energiediscounter hatte aber erst im Juni 2011 Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Im September des gleichen Jahres wurde vom Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren eröffnet, das mit rund 700.000 Gläubigern bundesweit das bislang größte dieser Art ist.

          Noch im Mai 2011 hatte Teldafax Optimismus verbreitet: Vorstandschef Koch äußerte die Hoffnung, dass das Unternehmen in der Lage sei, die Wende zu schaffen und zu einem „normalen Geschäftsalltag“ zurückzukehren.

          Verluste durch Billigtarife

          Die Staatsanwaltschaft hatte bereits damals den Verdacht, dass die Insolvenzreife schon lange vor dem 14. Juni 2011 erreicht war. Als im Jahr 2008 die Strompreiserhöhungen einsetzten, waren die von Teldafax angebotenen Tarife nicht mehr kostendeckend. Hohe Verluste seien die Folge gewesen, die auch in den Folgejahren nicht mehr hätten ausgeglichen werden können.

          Teldafax hatte sich binnen weniger Jahre mit sehr niedrigen Preisen einen riesigen Kundenstamm aufgebaut und seinen Umsatz in die Höhe getrieben. Die Kosten des Energieeinkaufs und des laufenden Betriebs konnten mit den Billigtarifen jedoch nicht abgedeckt werden. Rechnungen wurden nur noch mit Verspätung oder gar nicht mehr bezahlt.

          Weitere Themen

          VW verklagt sein Personal

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          Die Jagd nach dem Milliarden-Schatz Video-Seite öffnen

          FAZ Plus Artikel: Bergbau im Erzgebirge : Die Jagd nach dem Milliarden-Schatz

          Im Erzgebirge wird an der ersten deutschen Erzmine seit dem Krieg gebaut. Ein Investor verspricht sichere Rohstoffe und Hunderte Arbeitsplätze. Doch Politiker interessiert es nicht, Behörden mauern und Anwohner rebellieren.

          ö statt ë?

          Citroën-Werbung : ö statt ë?

          Citroën heißt ab jetzt Zitrön. Das stimmt zwar nicht, aber das Video zu dem Werbe-Gag der Franzosen ist trotzdem sehenswert.

          Topmeldungen

          Spahns Notfallplan : Fast schon verdächtig viel Zustimmung

          Der Gesundheitsminister will Kassenärzte und Krankenhäuser zur Zusammenarbeit zwingen – und erhält dafür Lob von allen Seiten. Doch bei der Umsetzung sperren sich die Verantwortlichen noch.
          Hat sich zum Zwei-Prozent-Ziel der Nato-Staaten bekannt: Annegret Kramp-Karrenbauer

          Akks Wehretat : Der Streit schwelt weiter

          Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekräftigt das Ziel der Nato, dass die Verteidigungsausgaben steigen sollen. Das provoziert Widerstand – in der Opposition und selbst beim Koalitionspartner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.