Kommentar : Flaute im Windpark
Die schwachen Zahlen des Turbinenherstellers Nordex sind ein weiteres Warnsignal an die Politik.
Eigentlich sollte die Windbranche in bester Stimmung sein. Schließlich gehört sie im Kampf um mehr Unabhängigkeit von Putins Öl und Gas zu den Hoffnungsträgern. Doch in den Unternehmen ist weiter Krise angesagt, wie jetzt der Fall Nordex zeigt. Im ersten Quartal hat das Unternehmen rund 150 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Zahlen sind ein weiteres Warnsignal an die Politik, dass in der Branche irreparabler Schaden droht, wenn Bürokratie und andere Hemmnisse für Windparks nicht schnellstens beseitigt werden. Zwar soll sich die Lage durch mehr ausgewiesene Flächen in den nächsten Jahren verbessern. Doch so viel Zeit haben die Unternehmen nicht, wenn das Eigenkapital durch steigende Kosten und schlechte Auslastung der Produktionsanlagen aufgezehrt wird. Im Fall von Nordex gehören außerdem Managementfehler dazu, von mangelhaftem Schutz gegen Cyberattacken bis zu immer neuen Kehrtwenden in der Strategie. Gut möglich, dass demnächst wieder die Anteilseigner mit frischem Kapital einspringen müssen. Schon mehrfach ist das Unternehmen nur dank solcher Bilanzmaßnahmen über die Runden gekommen.
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