FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Frankreichs Öl- und Gasriese :
Der Total-Chef will noch höher hinaus

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Patrick Pouyanné
Patrick PouyannéEPA

Patrick Pouyanné muss viel Kritik für sein Russlandgeschäft einstecken. Derweil arbeitet er fleißig daran, den Energiekonzern in der Weltspitze zu etablieren.

Patrick Pouyanné kann schon mal aus der Haut fahren. Im Frühjahr war das der Fall, als ihm der Spitzenkandidat der französischen Grünen wegen der Aufrechterhaltung des Russlandgeschäfts für Kriegsverbrechen mitverantwortlich machte. „Ich bin ein wütender Chef“, schimpfte der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Total­energies damals coram publico. Oder kürzlich, als ihm von Linken fortwährend vorgeworfen wurde, selbst saftige Gehaltserhöhungen einzustreichen, seinen Mitarbeitern aber nur wenig von den sprudelnden Öl- und Gasgewinnen abzugeben. Er sei die Vorwürfe leid, schrieb Pouyanné auf Twitter und stellte eine Balkengrafik ins Netz mit seinen, mit Ausnahme des Corona-Jahrs 2020, tatsächlich stagnierenden Bezügen.

Intern ist seine Emotionalität gefürchtet. Pouyanné brennt für seine Arbeit und gilt als Aktenfresser; er nimmt sie regelmäßig freitagabends mit nach Hause. Nicht jeder kann und will das Tempo des Normannen mit der bulligen Statur mitgehen. Seit 1997 im Energiegeschäft und seit acht Jahren an der Spitze von Total­energies, hat er dem Unternehmen an vielen Stellen seinen Stempel aufgedrückt. Aus Total wurde Totalenergies, in der Eigenschreibweise mit „t“ und „e“ in Majuskeln. Das soll für alle Augen symbolisieren, dass der Fokus auf Öl, Gas und Diesel vorbei ist und Strom und erneuerbare Energien immer wichtiger werden – „t“ steht auf Französisch für transition, „e“ für énergétique, was sich zusammen mit Energiewende übersetzen lässt.

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