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Auch Aufsichtsratschef geht : Commerzbank-Chef Zielke vor Rücktritt

  • Aktualisiert am

Er will gehen: Commerzbank-Chef Martin Zielke Bild: Frank Röth

Paukenschlag bei der Commerzbank: Konzernchef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann wollen überraschend ihre Posten räumen. Auch Kürzungen im Auslandsgeschäft werden diskutiert. Zuletzt hatte es Streit um die Sparpläne gegeben.

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          Die Commerzbank befindet sich ohnehin in einem tiefen Umbruch, da erschüttern gleich zwei Top-Personalien das Institut zusätzlich: Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann wollen von ihren Posten zurücktreten.

          Der Präsidial- und Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats habe empfohlen, die Bestellung Zielkes spätestens zum 31. Dezember 2020 zu beenden, teilte die Bank am Freitag mit. Der Aufsichtsrat werde dazu in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 einen Beschluss fassen. Schmittmann habe angekündigt, sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen.

          Zielke begründete seinen Rückzug damit, den Weg für einen Neuanfang freimachen zu wollen. „Die Bank braucht eine tiefgreifende Transformation und dafür einen neuen CEO, der vom Kapitalmarkt auch die notwendige Zeit für die Umsetzung einer Strategie bekommt.“ Der vormalige Privatkundenchef hatte den Vorstandsvorsitz (CEO) zum 1. Mai 2016 übernommen. Vor wenigen Wochen erst, Ende April 2020, war Zielke zum Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gewählt worden – und damit zum obersten Repräsentanten der Privatbanken in Deutschland.

          Der ehemalige Risikovorstand Schmittmann erklärte in einer Mitteilung, die jüngste Strategie habe offensichtlich „keine ausreichende Akzeptanz im Kapitalmarkt gefunden“, das zeige der Aktienkurs. „Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass auch ich hier in der Verantwortung stehe und sie auch übernehmen sollte.“

          Die Commerzbank überlegt dem Vernehmen nach zudem, das Auslandsgeschäft zusammenzukürzen. Chef Martin Zielke will den Plan am Mittwoch dem Aufsichtsrat vorstellen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Commerzbank-Sprecherin kommentierte den Bericht gegenüber Bloomberg nicht. Der Commerzbank-Aktienkurs war auf die Nachricht zunächst hin wenig verändert. Die Commerzbank beschäftigt fast 14.000 Mitarbeiter im Ausland.

          Auch Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann will sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen.

          Zuletzt hatte ein Streit um die Sparpläne dazu geführt, dass eine für den 1. Juli angesetzte außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates kurzfristig abgesagt wurde. Arbeitnehmervertreter sollen im Kontrollgremium beanstandet haben, dass das Management dem Aufsichtsrat wichtige Unterlagen nicht rechtzeitig vorgelegt habe. Zugleich habe man mitbekommen, dass der Finanzinvestor Cerberus und der Bund als Großaktionäre in die Überarbeitung der Strategie eingebunden worden seien, hieß es. Daher sei die Verlegung der Sitzung beantragt worden.

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