FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ben Unterkofler :
Sozialunternehmer statt Schauspieler

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Ben Unterkofler ist Mitgründer des Sozialunternehmens Share und dort immer noch im Vorstand aktiv.
Ben Unterkofler ist Mitgründer des Sozialunternehmens Share und dort immer noch im Vorstand aktiv.Share

Ben Unterkofler spielte in vielen deutschen Fernsehproduktionen mit. Dann gründete er das soziale Start-up Share. Doch in der Krise geben Menschen weniger für Soziales aus.

Es ist der wohl größte Einschnitt seines Lebens, als Ben Unterkofler sich 2013 entscheidet, seinen Beruf als Schauspieler aufzugeben und gegen die grauen Seminarräume der Universität zu Köln einzutauschen. Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft statt Tatort, „Danni Lowinski“ oder „SOKO 5113“. „Nichts hat mich in meinem Leben mehr geerdet“, sagt Unterkofler heute. „Vermeintlich einen Namen zu haben und dann für drei Jahre nur noch eine Immatrikulationsnummer – das war genau richtig für mich.“ Die Schauspielerei habe ihn einfach nicht mehr glücklich gemacht.

Seine aktuelle Tätigkeit erfülle ihn dafür umso mehr. Unterkofler ist Mitgründer des Sozialunternehmens Share und dort immer noch im Vorstand aktiv. Seit März 2018 verkauft Share, das den sozialen Zweck in seinen Statuten festgeschrieben hat, in Deutschland und der EU produzierte Produkte nach dem 1+1-Prinzip: Für jeden verkauften Artikel garantiert Share, mit einem gleichwertigen Produkt oder Service zu helfen. Der Kauf eines Bio-Nussriegels zum Beispiel versorgt ein Kind in der Republik Kongo mit einer Schulmahlzeit, wer das im Allgäu in zu 100 Prozent recycelten Plastikflaschen abgefüllte Wasser kauft, finanziert einen Tag Trinkwasser in Liberia, Äthiopien oder Kambodscha. Verteilt werden die Hilfsgüter von Partnerorganisationen wie der Welthungerhilfe. Über einen Barcode auf jedem einzelnen Produkt können Kunden nachvollziehen, wo ihre Spende ankommt.

Damit waren Unterkofler und seine Mitgründer ziemlich erfolgreich. 140 Millionen „Shares“ sind bislang entstanden. „Die Leute unterschätzen, dass man für 10 Cent im globalen Süden eine Mahlzeit bekommt.“ Nach dem Start in größeren Handelsketten sind die Produkte inzwischen bei mehr als 19.000 Verkaufsstellen verfügbar.

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