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Schweizer Großbank : Credit Suisse im freien Fall

Sucht nach einem Ausweg aus der Krise: Die Schweizer Großbank Credit Suisse. Bild: Reuters

Ängste vor einer Kapitalerhöhung treiben den Aktienkurs der krisengeschüttelten Großbank in den Keller. Mitarbeiter und Kunden sind verunsichert.

          3 Min.

          Es lassen sich viele Worte finden, um den prekären Zustand der Credit Suisse (CS) zu beschreiben. Aber es reicht auch ein kurzer Blick auf den Aktienkurs der Schweizer Großbank. Dieser ist seit Monaten im freien Fall. Und am Montag setzte es einen weiteren herben Rücksetzer: Der Kurs sank im Tagesverlauf um 7 Prozent auf 3,70 Franken. Der Anteilsschein des einstigen Aushängeschilds der Schweizer Finanzbranche ist jetzt weniger wert als ein Espresso in der Zürcher Innenstadt. Seit Beginn des Jahres hat sich der Kurs mehr als halbiert. Der Börsenwert ist auf 10 Milliarden Franken (10,4 Milliarden Euro) gefallen. Im März 2021 lag er noch dreimal so hoch.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Zur Erinnerung: Die CS ist in den vergangenen Jahren von Skandal zu Skandal getaumelt. Auf die Spitzelaffäre des früheren Vorstandschefs Tidjane Thiam folgten fragwürdige Anlagegeschäfte mit dem zusammengebrochenen Finanzdienstleister Greensill sowie Milliardenverluste aus unkontrollierten Kreditvergaben an eine New Yorker Zockerbude namens Archegos. Hinzu kamen zahlreiche kostspielige Rechtsstreitigkeiten infolge von mutmaßlichem oder bewiesenem Fehlverhalten eigener Mitarbeiter. Der damit einhergehende Vertrauensverlust wirkte sich auch negativ auf das Kerngeschäft Vermögensverwaltung aus: Reiche Kunden blieben der Bank fern oder kehrten ihr den Rücken. Das zweite Quartal 2022 schloss die Bank mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Franken ab.

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