Software AG : Mit Füßen getreten

Bei der Software AG tobt ein Bieterkampf. Aktionärsrechte zählen dabei nicht.
Wenn das, was sich gerade bei der Übernahme der Software AG abspielt, Schule macht, dann kann einem um den Finanzplatzstandort Deutschland angst und bange werden. Ein Aufsichtsratschef, der dem Aktionärstreffen mutmaßlich deswegen fernbleibt, weil ungemütliche Fragen drohen. Ein konkurrierendes, höheres Angebot, das aus Sicht des Vorstands keiner weiteren Prüfung wert ist, wirft Fragen zur Sorgfaltspflicht desselben auf.
All dem Treiben stehen die Aktionäre zunächst machtlos gegenüber. Juristische Schritte werden erwogen, Ausgang offen. Das Ansinnen trotz des Widerstands auf der Hauptversammlung knallhart durchzuziehen, sollte sich Silver Lake gut überlegen. Der Reputationsschaden wäre immens.
Niemand will dem Investor Übernahmeabsichten ausreden, aber der Weg zu einem fairen Prozess geht nur über Transparenz. Das sollte auch den Software AG-Vorstand zum Umdenken bewegen. In einer Welt, in der die Nachhaltigkeit Trumpf sein soll, ist gute Corporate Governance ein wichtiger Bestandteil. Bei der Software AG wird sie mit Füßen getreten.






