China : Zweifel am Boom
Im Westen sind Forderungen nach einem chinesischen Konjunkturprogramm zu hören. Als ein Land mit Überkapazitäten braucht China jedoch Konsolidierung.
Im Westen wünschen sich viele Finanzmarktteilnehmer und Ökonomen von der Regierung in China ein möglichst üppiges staatliches Konjunkturprogramm. Befände sich ein westliches Land in der aktuellen Situation der Volksrepublik, kämen sie vermutlich nicht auf diese Idee. Chinas Wirtschaftswachstum geht seit Langem mit Überkapazitäten einher. Dies gilt vor allem für den Immobilienmarkt, auf dem nach Schätzungen rund 90 Millionen Wohnungen leer stehen. Der vorangegangene Bauboom war ein Treiber der Binnenkonjunktur. Ähnlich steht es mit der industriellen Fertigung. China produziert nahezu ein Drittel aller Industriegüter in der Welt; das Land verbraucht nach Schätzungen aber nicht einmal die Hälfte dieser Produktion. Ob sich der Rest exportieren lässt, ist in einer Welt mit immer mehr Protektionismus zweifelhaft. China braucht keine Konjunkturprogramme, sondern Konsolidierung. Anstatt konjunkturelle Strohfeuer zu fordern, könnte der Westen akzeptieren, dass die Geschichte vom unbegrenzten Boom in China der Vergangenheit angehören könnte.
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