Kurzarbeitergeld : Keine Dauerlösung
Ob eine Verlängerung der Sonderregeln für die Kurzarbeit sinnvoll ist, sollte stets aufs Neue kritisch hinterfragt werden. Immer weniger glaubwürdig wird die Position der Arbeitgeber.
Das Kurzarbeitergeld hat in der Corona-Pandemie ohne Zweifel Millionen Arbeitsplätze gerettet und sich als Kriseninstrument bewährt. Es ist aber auch eine sehr teure Lösung: Rund 42 Milliarden Euro wurden dafür in den beiden vergangenen Jahren auf Kosten von Beitrags- und Steuerzahlern ausgegeben. Umso wichtiger ist es, stets aufs Neue kritisch zu fragen, ob eine weitere Verlängerung der großzügigen Pandemie-Sonderregelungen sinnvoll ist, wie sie Arbeitsminister Hubertus Heil auch jetzt wieder plant. Immer weniger glaubwürdig wird in dieser Sache die Position der Arbeitgeber. Deren Präsident Rainer Dulger versuchte sich am Dienstag in einem rhetorischen Spagat. Viele Betriebe würden die Sonderregelungen noch länger brauchen, teilte er mit. Nur um zwei Sätze später zu mahnen: „Kurzarbeitergeld ist keine Dauerhilfe.“ In der Realität ist sie nach zwei Jahren Corona-Krise genau das längst geworden, obwohl es gute Zeitpunkte gegeben hätte, die Regeln wieder zu verschärfen. Im Interesse der Arbeitgeber wäre das aber offensichtlich nicht.
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