FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Eigenes Café in Thüringen :
Wo das Landleben lockt

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„Wir brauchen keinen Wecker mehr“: Antje und Jürgen WeyandJana Mai

Das Leben abseits der Metropolen verspricht günstiger zu sein. Die Corona-Pandemie verstärkt den Stadtfrust. Mancher zieht in eine kleine Gemeinde und stellt damit sein bisheriges Leben auf den Kopf.

Süß wie Kuchen riecht es sogleich im Café. Jürgen Weyand hat seine Hände voll mit den Gebäckstücken auf Tellern. Er trägt den Kuchen hin zum Tisch der drei Damen, die hier im Urlaub ihre Kaffeepause einlegen. Dann setzt er sich zu seiner Frau Antje auf das Sofa neben der Eingangstür und findet kurz vor Dienstschluss Zeit, darüber zu sprechen, warum er die Arbeit für einen Autozulieferer im Umkreis Münchens vor Jahren aufgegeben hat.

Sie war Familientherapeutin in einer Klinik, er Entwicklungsingenieur – dann haben sie zusammen das Angestelltendasein eingetauscht gegen die Selbständigkeit als Gastronomen. Aber sie haben eben nicht eine hippe Kaffeebar in einem gentrifizierten Viertel einer Metropole eröffnet, sondern sind für ihr inzwischen beliebtes „Café Nikolai“ ins thüringische Ellrich gezogen. Für beide hat sich das mehr als gelohnt, wie sie an diesem Nachmittag vor zwei Jahren in ihrem Café berichten. „Wir hatten mit der Gastronomie nichts zu tun, außer dass wir selbst gern Kaffee getrunken haben“, sagt Antje Weyand.

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