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Absatzmarkt in Corona-Krise : Erstkäufer bescheren VW in China ein Wunder

Chinesische Mitarbeiter von Volkswagen. Bild: dpa

Im April lieferte der Konzern auf dem größten Automarkt der Welt trotz der Coronavirus-Pandemie mehr Autos aus als im Vorjahresmonat.

          2 Min.

          Vor allem Erstkäufer haben Volkswagen in China trotz Corona-Krise eine überraschend schnelle Rückkehr zu alter Stärke beschert. Im April setzte der größte europäische Autohersteller auf seinem wichtigsten Markt überraschend mehr Autos ab als im April 2019. Es scheine „wie ein Wunder“, schreibt der China-Chef von VW, Stephan Wöllenstein, am Mittwoch auf der Online-Karriereplattform Linkedin. 

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          „Im letzten Winter war ganz China in einem Stillstand“, heißt es in seinem Post, jetzt im Frühsommer „können wir uns auf eine Rückkehr zur Normalität auf dem Automarkt des Landes freuen.“ China sei gegenwärtig das Rollenmodell für eine Wiederbelebung der Branche und stabilisiere das Geschäft des Konzerns, während die Geschäfte in Europa langsam zurückkämen. Volkswagen habe in China in der Corona-Krise das tiefe Tal hinter sich gelassen und klettere wieder auf neue Höhen, berichtet Wöllenstein.

          Im Februar war der chinesische Automarkt wegen der Beschränkungen in der Corona-Krise um 80 Prozent eingebrochen, im März waren es noch 40 Prozent, die Aprilzahlen lagen für den gesamten Markt noch rund 10 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Da die Marken von Volkswagen schon im April mehr Fahrzeuge an Kunden auslieferten als vor einem Jahr, baute der Wolfsburger Konzern seine Rolle als Marktführer in China aus. Er legte um 1,7 Prozentpunkte auf rund 21 Prozent zu, berichtete Konzernchef Herbert Diess ebenfalls auf Linkedin.

          Erstkunden meiden öffentliche Verkehrsmittel

          Vor allem zwei Gruppen haben laut Diess und Wöllenstein in China die schnelle Rückkehr zur Normalität möglich gemacht. Zum einen sind wohlhabende Chinesen schneller wieder in die Autohäuser zurückgekehrt. „Audi, Porsche und Bentley sind unsere Zugpferde beim Absatzplus“, schrieb Diess. Vor allem aber haben sich Chinesen ein Auto gekauft, die noch nie ein eigenes Auto hatten. „In China sind sechs von zehn Neuwagenkäufern Erstkunden“, schrieb Diess. „Besonders sie sorgen für den Extra-Absatz-Turbo“.

          Die erst 2019 gegründete neue Marke Jetta, mit der Volkswagen in China jüngere Menschen mit preiswerteren Autos gewinnen will, schaffte im April mit 13.500 Auslieferungen einen Marktanteil von rund 1 Prozent. Viele der Erstkunden entschieden sich dafür, ein eigenes Auto zu kaufen, um dem Risiko einer Corona-Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu entkommen.

          China ist Erfolgsgarant

          Die entscheidende Frage sei nun, ob das Unternehmen im zweiten Halbjahr die Verluste der ersten Monate ausgleichen könne, schrieb Wöllenstein. „Sollte der gegenwärtige Trend anhalten“, sei er „vorsichtig optimistisch“, dass Volkswagen trotz Corona beim Jahresergebnis in China nicht weit von der ursprünglichen Jahresprognose entfernt landen werde.

          „China ist der Erfolgsmotor der Volkswagen AG“, schrieb Diess, „jetzt mehr denn je!“ Volkswagen mit seinen chinesischen Kooperationspartnern ist seit langem Marktführer im größten Auto-Einzelmarkt der Welt. China stand im VW-Konzern 2019 für knapp 40 Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge, bei der Marke VW waren es sogar mehr als 50 Prozent.

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