https://www.faz.net/-gqe-89x4v

Konzernskandal : VW-Chef Müller scheut Reise nach Amerika

  • Aktualisiert am

„Wir brauchen erst Rechtssicherheit“, heißt es der Süddeutschen Zeitung zufolge aus der Chefetage von VW. Bild: dpa

Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen nach dem Abgasskandal meidet die Konzernführung von VW einem Bericht zufolge vorerst amerikanischen Boden. Einem Manager wurde dort bereits der Pass entzogen.

          1 Min.

          Wegen des Abgasskandals fürchten VW-Manager einem Zeitungsbericht zufolge persönliche Konsequenzen bei Reisen in die Vereinigten Staaten. Es sei unwahrscheinlich geworden, dass der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller wie geplant in der zweiten Novemberhälfte in die Vereinigten Staaten reise, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag vorab unter Berufung auf eine mit der Sache direkt vertrauten Person aus Müllers Umfeld.

          Hintergrund sind demnach Befürchtungen, Führungskräfte könnten festgesetzt werden. Müller suche eigentlich das rasche Gespräch mit Ermittlern und Politikern, doch derzeit sei das auf amerikanischem Boden zu heikel. „Wir brauchen hier erst Rechtssicherheit, bevor er in die USA fliegen kann“, verlautete dem Blatt zufolge aus der Konzernführung. Ein VW-Sprecher sagte dazu: „Reisen von Volkswagen-Mitarbeitern in die USA fanden und finden statt. Alles weitere sind Spekulationen.“

          Die amerikanische Bundesumweltbehörde EPA sowie die kalifornische Behörde Carb hatten den Skandal durch eigene Ermittlungen aufgedeckt und VW zu Zwangsmaßnahmen verpflichtet. Carb-Chefin Mary Nichols warf dem Konzern jüngst vor, nach Bekanntwerden der Manipulationen bei Abgaswerten keine adäquate Reaktion gezeigt zu haben. In den Vereinigten Staaten drohen Volkswagen Strafen von umgerechnet bis zu 16 Milliarden Euro.

          Dem Zeitungsbericht zufolge haben amerikanische Ermittler aufgrund des Skandals einem VW-Manager bereits den Pass abgenommen. Sie wollten nach Einschätzung von Volkswagen damit offenbar verhindern, dass sich der Manager einer Befragung oder strafrechtlichen Verfolgung entziehe.

          Weitere Themen

          Transportbranche warnt vor Lieferengpässen Video-Seite öffnen

          Fehlende Lkw-Fahrer : Transportbranche warnt vor Lieferengpässen

          Der allgemeine Fahrermangel wird durch eine zunehmende Zahl von Corona-Ausfällen verschärft. Ein Branchenverband fordert die Politik angesichts steigender Infektionszahlen dazu auf, schnell Vorkehrungen zu treffen: Wie wäre es zum Beispiel mit Impfangeboten auf Autobahnraststätten?

          Das Interesse der Lufthansa an Italien wächst

          Airline Ita : Das Interesse der Lufthansa an Italien wächst

          Spekulationen über einen Einstieg der Lufthansa bei der Nachfolgerin der insolventen Alitalia dürften zwar übereilt sein, doch der Wunsch des Konzerns nach mehr Geschäft in Italien ist groß.

          Topmeldungen

          Machtdemonstration: Ein Konvoi russischer gepanzerter Fahrzeuge fährt auf einer Autobahn auf der Krim. .

          Russischer Aufmarsch : Die Ukraine ist von drei Seiten umstellt

          Westliche Dienste sehen mit Unruhe, wie Moskau immer mehr Truppen an die Grenze zur Ukraine verlegt – auch über Belarus und das Schwarze Meer. Mit ihren Waffen sind die Russen schon jetzt überlegen.