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Hypothekenbetrug : Teurer Vergleich für JP Morgan

  • Aktualisiert am

Teure Erbschaften Bild: REUTERS

Wie erwartet zahlt JP Morgan wegen des Schwindels mit Hypotheken eine Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar. Laut Staatsanwaltschaft hat die amerikanische Bank Fehlverhalten eingeräumt. JP Morgan bestreitet das.

          Die amerikanische Großbank JP Morgan Chase hat sich mit dem amerikanischen Justizministerium und anderen Behörden wegen unlauterer Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise endgültig auf einen Rekordvergleich von 13 Milliarden Dollar geeinigt.

          JP Morgan habe im Rahmen der Einigung eingeräumt, die Öffentlichkeit in großem Umfang hinters Licht geführt zu haben. Mitarbeiter hätten regelmäßig und wissentlich Produkte an Investoren verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben, teilte die amerikanische Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

          „Ohne Zweifel hat das hier aufgedeckte Verhalten dazu beigetragen, die Saat für den Kollaps an den Hypothekenmärkten zu legen“, sagte Justizminister Eric Holder. , teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mit der Einigung sei nun die Rekordstrafe unter Dach und Fach.

          Unterschiedliche Wertung

          JP Morgan wurden Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vorgeworfen, die von 2005 bis 2007 und damit aus Zeiten vor der Finanzkrise stammen. Finanzchefin Marianne Lake sagte am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz hingegen, die Bank habe in dem Vergleich keinerlei Gesetzesverstöße eingeräumt.

          Ein Streitpunkt der zuletzt immer wieder stockenden Verhandlungen war das Ansinnen des Instituts, einen Teil der Vergleichssumme von der Einlagensicherungsbehörde FDIC zurückzufordern. Die Bank hat diese Position nun aufgegeben. Es ging dabei um die Haftung für Verbindlichkeiten der insolventen Sparkasse Washington Mutual, die JP Morgan 2008 auf Druck der Regierung übernommen hatte. Ein weiterer Streitpunkt waren die Details der Hilfe für in Not geratene Hypothekenschuldner. Insgesamt kosten JP Morgan diese Maßnahmen, darunter die Reduzierung von Schulden, etwa 4 Milliarden Dollar.

          Rund 2 Milliarden Dollar der Vergleichssumme sind als Strafe deklariert. Mit rund 3 Milliarden Dollar werden institutionelle Investoren wie Pensionsfonds für Verluste mit Hypothekenanleihen entschädigt, die JP Morgan, Washington Mutual und die ebenfalls 2008 von der Bank übernommene Investmentbank Bear Stearns vor der Krise emittiert hatten.

          4 Milliarden Dollar zahlt JP Morgan an die Aufsichtsbehörde FHFA, die für die verstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig ist. Sie hatte JP Morgan vorgeworfen, falsche Angaben zur Qualität von Hypothekenanleihen gemacht zu haben, die die Bank an Fannie und Freddie verkauft hatte. Ihr Kursrutsch hatte zur Schieflage der Unternehmen beigetragen. Erst am Wochenende hatte sich JP Morgan wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte mit institutionellen Anlegern wie der Bayerischen Landesbank auf einen außergerichtlichen Vergleich von 4,5 Milliarden Dollar geeinigt.

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