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Neue Recycling-Methode : Wohin mit den alten Akkus der E-Autos?

Mehr als 95 Prozent des in einem Akku enthaltenen Erdenmetalls Kobalts sind durch den Recyclingprozess zurückzuholen.
Mehr als 95 Prozent des in einem Akku enthaltenen Erdenmetalls Kobalts sind durch den Recyclingprozess zurückzuholen. : Bild: dapd

Ziel ist es dann, einen möglichst hohen Anteil der Werkstoffe wiederzuverwerten. Einen geeigneten Prozess erprobt der belgische Konzern Umicore schon heute in Antwerpen an einer kleinen Anlage, die maximal 7000 Tonnen im Jahr durchschleusen kann.

Da Altbatterien aus Elektrofahrzeugen noch Mangelware sind, werden vor allem Lithium-Ionen-Akkus kleiner Elektrogeräte verarbeitet. Der Prozess besteht in drei aufeinanderfolgenden Schritten. Zunächst wird die Batterie demontiert. Großflächige Bauteile – etwa das aus Stahl oder Aluminium bestehende Gehäuse – werden direkt dem Recycling zugeführt.

Die in Modulen zusammengefassten Zellen kommen hingegen in einen Hochofen und werden bei hohen Temperaturen eingeschmolzen. Die Rückgewinnung der metallischen Wertstoffe Kobalt, Kupfer und Nickel ist dabei relativ einfach zu realisieren, da sich aufgrund unterschiedlicher Schmelzpunkte und Dichten gut zu trennende flüssige Metallphasen bilden. So sind mehr als 95 Prozent des in einem Akku enthaltenen Kobalts auf diesem Weg zurückzuholen.

Der Recyclingprozess lohnt sich: Laut Umicore-Experte Christian Hagelüken könnte eine vollständig aus recycelten Werkstoffen hergestellte Batterie den Energieaufwand für die Produktion um 50 Prozent reduzieren.
Der Recyclingprozess lohnt sich: Laut Umicore-Experte Christian Hagelüken könnte eine vollständig aus recycelten Werkstoffen hergestellte Batterie den Energieaufwand für die Produktion um 50 Prozent reduzieren. : Bild: F.A.Z.

Zurück bleibt eine Schlacke, die überwiegend aus Lithium, aber auch Rückständen von Aluminium und Eisen besteht. Verarbeitet wird sie in einem weiteren Prozessschritt, der vor allem dazu dient, das Lithium zurückzugewinnen. Viel mehr, als dass es sich um einen spezielles hydrometallurgisches Verfahren handelt, will Umicore nicht preisgeben. Solche Verfahren können beispielsweise darin bestehen, einen Stoff bei niedrigen Temperaturen durch die Zugabe von Reaktionspartnern aus einer Lösung zu gewinnen.

Dies könnte erfolgen, indem die Bildung von Lithiumcarbonat provoziert wird. Nun kommen zwar verschiedene Studien zu dem Ergebnis, dass die weltweiten Lithium-Ressourcen auch für hohe Marktanteile von Elektroautos ausreichen. Doch auch hier sind Gewinnung und Transport mit hohem Energieaufwand verbunden. Umicore-Experte Christian Hagelüken schätzt, dass eine vollständig aus recycelten Werkstoffen hergestellte Batterie den Energieaufwand für die Produktion um 50 Prozent reduzieren könnte.

Viertel von Europas Elektronikschrotts wird illegal exportiert

Allerdings ist es nicht nur eine Frage der Technik, ob sich das Batterierecycling flächendeckend durchsetzt – oder ob die Akkus wie anderer Elektronikschrott über dunkle Kanäle das Land verlassen. 25 bis 30 Prozent des in Europa anfallenden Elektronikschrotts werden nach Schätzung der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (Acatech) illegal exportiert.

Bei einem Elektroauto ist die Lage noch komplizierter: Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor aus deutscher Herkunft sind ein Exportschlager, ihr zweites Leben ohne gestrengen TÜV verbringen sie auf dem afrikanischen Kontinent und sichern dort die Alltagsmobilität vieler Menschen. Muss eines Tages der außereuropäische Export von Elektroautos verboten werden? Oder gelingt es, ein weltweites Rücknahmesystem zu installieren? Noch hat die Politik Zeit, Antworten auf diese Fragen zu finden.

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