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Absatz motorisierter Zweiräder : Sensationserfolg von Vespa

  • -Aktualisiert am

Die Vespa GTS 300 Supertech Bild: Hersteller

Der Absatz motorisierter Zweiräder hat auch 2019 kräftig zugelegt. BMW ist wieder vorn. Eine legendäre Marke büßte als einzige nennenswert Stückzahlen und Marktanteile ein.

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          Mehr als 165.000 motorisierte Zweiräder sind im Jahr 2019 in Deutschland erstmals für den Verkehr zugelassen worden. Der Industrieverband Motorrad (IVM) in Essen bezifferte den Gesamtzuwachs gegenüber dem Vorjahr mit 6,5 Prozent. Gut lief es für die traditionell besonders wichtigen Krafträder mit einem Plus von 4,4 Prozent auf 113.000 Einheiten, noch besser für die Kraftroller, die um fast 20 Prozent auf 16.600 Stück zulegten. Ebenfalls weit überdurchschnittlich wuchsen die Leichtkrafträder mit plus 12 Prozent auf 20.700 Einheiten. Unterdurchschnittlich schnitten mit plus 2,9 Prozent die Leichtkraftroller ab, sie kamen auf rund 15.000 Stück.

          Bei den Motorradmodellen schnappte sich abermals die Boxer-GS von BMW das größte Stück des Zulassungskuchens. Zu den 9417 Neuzulassungen der R 1250 GS und GS Adventure muss man weitere 664 Exemplare des Vorgängermodells R 1200 GS dazurechnen, die schon 2018 produziert, aber erst im vergangenen Jahr zugelassen wurden. Insgesamt bekamen von Januar bis Dezember 2019 also 10.081 BMW-GS mit Boxermotor erstmals ein amtliches Kennzeichen.

          Freilich ist zu berücksichtigen, dass ein gewisser Teil davon nicht von Endkunden zugelassen wurde, sondern direkt oder indirekt Dienste für BMW leistet. Einen Sensationserfolg landete die neue 300er Vespa mit fast 7000 Einheiten auf Rang zwei der Zulassungshitparade. Nie zuvor schnitt eine Vespa besser ab.

          Bei den Motorradherstellern gab es von 2018 auf 2019 nur geringe Verschiebungen. Dank seines starken Zulassungsplus von fast neun Prozent schaffte es KTM in Deutschland erstmals auf den dritten Platz; die Österreicher brachten als einzige Marke gleich drei Modelle in die Top Ten. Während fast alle Marken mehr oder minder viel dazugewinnen konnten, verzeichnete Kawasaki ein leichtes Minus von zwei Prozent. Harley-Davidson büßte als einzige Marke nennenswert Stückzahlen und Marktanteile ein. Der Rückgang lag bei knapp sieben Prozent.

          Der Blick auf das vergangene Jahrzehnt macht deutlich, dass die Zahl der Neuzulassungen von 2009 bis 2019 um rund 31 Prozent zugenommen hat. Besonders profitiert haben in dieser Zeit die Marken BMW, KTM und Royal Enfield aus Indien, während Kawasaki, Yamaha, Harley-Davidson, Husqvarna und Triumph unterdurchschnittlich gewachsen sind. Honda konnte im Zehnjahresvergleich seine Position halten. Deutlich negativ verliefen die Jahre 2009 bis 2019 nur für Suzuki, wobei es seit zwei Jahren bei den Japanern wieder aufwärts geht. Branchenkenner rätseln über den Grund, denn spektakuläre Modellneuheiten, wie sie sonst oft als Stimulans für eine Markterfolg gelten, sind von Suzuki nicht bekannt.

          Besonders auffällig war die Steigerung um 2800 Einheiten oder fast 20 Prozent bei den Kraftrollern. Fast die Hälfte davon ging auf das Konto von Piaggio, genauer der 300er Vespa. Gut in Szene setzen konnte sich auch der neue Mittelklasseroller BMW C400, dessen GT-Version auf 438 Zulassungen kam, während die X-Version bei 390 steckenblieb. Ebenfalls erfolgreich schnitt die Taiwan-Marke Kymco ab, dank des Modells Xciting 400 konnten sie ihre Zulassungen um gut 35 Prozent steigern.

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