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Partnerland Brasilien : Bits und Bytes am Zuckerhut

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Das Partnerland der Cebit ist Brasilien Bild: dapd

Brasilien ist in diesem Jahr das Partnerland der Cebit. Der Wirtschaftsaufschwung des Landes lässt auch die IT-Industrie florieren. Ein Ende ist nicht in Sicht.

          Brasilien ist im „Internetfieber“. Das konstatiert die Gesellschaft für Aussenwirtschaftsförderung Germany Trade & Invest (GTAI). Mit 46 Millionen aktiven Internet-Nutzern liege das Land auf einer der vorderen Stellen in der Rangliste der technologiefreudigsten Nationen in der Welt. Dabei hat die Einbeziehung des ärmeren Teils der 192 Millionen Brasilianer in die digitale Welt gerade erst begonnen. „Rund 60 Prozent der Brasilianer im Netz sind jünger als 35 Jahre“, berichtet Oliver Döhne, Brasilien-Experte der GTAI. „Mit rund 70 Stunden online im Monat liegen brasilianische Internetnutzer weltweit an der Spitze“.

          Ein Ende ist nicht in Sicht, denn das Land am Amazonas gehört zu den wenigen Nationen, die im laufenden Jahr eine Beschleunigung der Konjunktur erwarten können. Das wird die Nutzung von Informationstechnologie (IT) in vielen Bereichen verstärken. Ökonomen prognostizieren für 2012 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,3 Prozent. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum 2,8 Prozent. Finanzminister Guido Mantega schätzt, dass sich das Wachstumstempo in absehbarer Zeit sogar auf 5 Prozent beschleunigen wird.

          Da stehen Groß- und Kleinrechner, internetfähige Mobiltelefone (Smartphones) und Tabletrechner ganz oben auf den Kauflisten von Privat- und Unternehmenskunden. Die Kabelnetze werden modernisiert, die heimische Softwareindustrie hat sich vor allem auf den Finanzsektor spezialisiert, ausländische Anbieter wie die deutsche Software AG machen im Land am Zuckerhut gute Geschäfte. Brasilien als Partnerland der Computermesse Cebit in Hannover - zu einem günstigeren Zeitpunkt hätte das kaum kommen können.

          Erste Repräsentantin einer boomenden Wirtschaftsnation

          So wird Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die größte IT-Messe der Welt am Montag Abend eröffnen und sich als erste Repräsentantin einer boomenden Wirtschaftsnation zeigen. Drängt doch ausländisches Kapital so heftig in das Land, dass die Regierung zeitweise Sondersteuern und andere Maßnahmen verhängen musste, um eine zu starke Aufwertung des brasilianischen Real zu verhindern. Gleichzeitig erfordert die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und auf die Olympischen Spiele 2016 in RiodeJaneiro auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie noch große Anstrengungen.

          Das Volumen des brasilianischen IT-Marktes könnte 2012 um 12 Prozent auf rund 80 Milliarden Real (rund 35 Milliarden Euro) zunehmen, schätzt die Beratungsfirma IDC. Der Absatz von Computern hat 2011 nach Kalkulationen von IDC um 12 Prozent auf 15,4 Millionen Geräte zugenommen. Brasilien konsolidiert damit seine Position als einer der größten nationalen Computermärkte der Welt. Setzt man den Absatz in Relation zur Bevölkerungsgröße, ist Brasilien mit einem verkauften PC je 13 Einwohner 2011 gegenüber Industrieländern noch im Rückstand. Doch im Vergleich zu China (ein PC-Kauf je 18 Einwohner) oder Indien, wo ein verkaufter PC auf 113 Einwohner kommt, ist der brasilianische Markt bereits deutlich reifer. Auch ist das Pro-Kopf-Einkommen Brasiliens zehn mal so hoch wie das Indiens und fast dreimal so hoch wie das Chinas. Fast 60 Prozent der Computerverkäufe entfielen zuletzt auf Note- und Netbooks. Der Absatz von Tablet-Rechnern verachtfachte sich 2011 auf 800000 Einheiten. Im laufenden Jahr könnten schon 2 Millionen Tablets über den Ladentisch gehen, schätzt Luciano Crippa von IDC Brasil.

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