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Corona-Krise : Die Kirche muss jetzt kreativ werden

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Pfarrvikar Patrick Stauß leitet in einer leeren Kirche einen Gottesdienst der katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt, der auf YouTube gestreamt wird. Bild: dpa

Die Kirchen sehen sich in der Corona-Krise mit einer beispiellosen Situation konfrontiert: Gottesdienste sind verboten. Doch das hat nach Überzeugung des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nicht nur Nachteile.

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          Die katholische Kirche will dem derzeitigen Gottesdienstverbot mit Kreativität begegnen. Alternativangebote reichten von Gottesdienstübertragungen bis zu Ideen für Gebetszeiten in der Familie, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Wir üben uns jetzt in neuen Formen der Kommunikation.“ Seelsorger skypten und mailten und beteiligten sich an Helferdiensten. Die Welle der Solidarität in der Gesellschaft sei „wunderbar“, sagte der 58 Jahre alte Bischof von Limburg.

          Erstmals in ihrer Geschichte müssen sich die Kirchen auf ein Osterfest ohne Gottesdienste einstellen. Dennoch versprach Bätzing: „Ostern findet statt!“ Man werde es zwar nicht in gewohnter Weise feiern können, „wir werden aber auch über die modernen Medien viele Gottesdienste anbieten können. Ich bin ganz zuversichtlich, der Funke der Freude wird auch so überspringen.“ Zumindest spürten jetzt viele Christen, dass ihnen der Gottesdienst doch fehle. „Was bislang selbstverständlich und in diesem Sinne auch irgendwie „gewöhnlich“ war, wird jetzt sehr kostbar.“

          Solidarität und große Sorgen

          Die derzeitige Welle der Solidarität hat für Bätzing auch eine religiöse Dimension: „Der liebende Gott ist in jedem präsent, der es aushält, alleine zu Hause zu bleiben, um andere zu schützen“, sagte er. Pflegekräfte und Ärzte, Verkäuferinnen in Supermärkten, Polizisten, aber auch Wissenschaftler seien in der Corona-Krise „Helden des Alltags“. „Menschen, die sich selbst einsetzen, sind für mich solche, die den Gott bezeugen, der uns mit all diesen Kräften begabt hat“, sagte Bätzing. „So werden wir die Macht der Natur – konkret dieses Virus – brechen können.“

          Diese Solidarität müsse sich die Gesellschaft unbedingt über die Epidemie hinaus bewahren. „Im Moment erleben wir einen historischen Augenblick, der ganz sicher die Zukunft verändert.“ Gleichzeitig machten ihm die wirtschaftlichen Auswirkungen große Sorgen. „Viele Menschen bangen um ihre berufliche Existenz. Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen sind da ganz wichtig, und sie müssen schnell greifen.“

          Die Kirche erfahre in dieser Situation, dass ihre geistlichen Angebote zur Orientierung sehr nachgefragt würden. „Wir werden gebraucht“, sagte Bätzing. „Deshalb werden wir uns auch ganz sicher nicht aus dem öffentlichen Raum zurückziehen.“

          Bätzing war Anfang dieses Monats an die Spitze der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Er ist in dieser Funktion Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx.

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