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Land gibt 3,5 Millionen Euro : Oberhessen wird Schauplatz der Landesgartenschau 2027

Schauplatz: Auch Limeshain mit seinem Limesturm wird die LaGa 2027 mit ausrichten Bild: Michael Kretzer

Wer Oberhessen noch nicht kennt, kann Teile davon während der Landesgartenschau 2027 kennenlernen. Ein kommunaler Verein aus der Region richtet die Schau aus, mit finanzieller Hilfe des Landes.

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          Elf Städte und Gemeinden aus der Wetterau und dem Vogelsberg richten die Landesgartenschau 2027 gemeinsam aus. Den im Verein Oberhessen zusammengeschlossenen Kommunen Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg, Ranstadt und Schotten hat die Landesregierung den Zuschlag erteilt, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde. Damit verbunden sind Zuschüsse der Landes von bis zu dreieinhalb Millionen Euro, teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) nach der Entscheidung des Kabinetts mit. In Wetterau und Vogelsberg findet somit die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen statt.

          Wolfram Ahlers
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Die Bewerbung eingereicht hatten die Städte und Gemeinden aus dem Altkreis Büdingen auf der Grundlage einer Studie des Büros Planstatt Senner, das sich unter anderem bei der Ausarbeitung der interkommunalen Landesgartenschau im baden-württembergischen Remstal einen Namen gemacht hatte. An dieser Großveranstaltung hatten sich 16 Kommunen aus drei Landkreisen beteiligt und rund zwei Millionen Besucher gelockt. Die Organisatoren dort sprachen von einem Erfolg. Die Veranstaltung und ihre Vorbereitungen seien über Gemeindegrenzen hinaus Identität stiftend gewesen. Das verspricht sich auch der Verein Oberhessen.

          Von prächtigen Schlössern bis zu historischen Stadtkernen

          Stattfinden soll die Schau in Wetterau und Vogelsberg in einem anderen Format. Im Leitbild geht es vielmehr um das Herausstellen einer vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft. So sollen Besucher Eindrücke bekommen von Natur- und Landschaftspflege, von der Vegetation in Tälern, auf Hochebenen und in Auenlandschaften. Einblicke will die Schau vermitteln in Land- und Forstwirtschaft, die diese Gegend seit Jahrhunderten prägen.

          Herausstellen wollen die Kommunen zudem, was die Menschen über Generationen an Sehenswertem geschaffen haben, von prächtigen Schlössern über Gartenanlagen bis zu historischen Stadtkernen. Das Format dieser Landesgartenschau soll auch für Nachhaltigkeit stehen, denn die Region will sich über die Veranstaltung hinaus als attraktives Ziel für Naherholung und Urlaub darstellen und Werbung machen. So könnte es also eine Landesgartenschau geben, die als Antrieb für eine Strukturförderung dient, die Ökonomie und Ökologie gleichermaßen zugutekommt.

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          So sind mit den Millioneninvestitionen Impulse für die örtliche Wirtschaft verbunden, von Landschafts- und Gartenbau über Bauwesen und Handwerk bis Dienstleistungen und besonders Gastronomie. Projekte bringen unter anderem mehr Natur und Wasser in Städte und Dörfer, stehen also für Ortsentwicklung im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz. Ein dezentrales Konzept, potentialgerecht, innovativ und umweltfreundlich, von dem alle Orte dieser Landschaft profitieren können, also auch die, welche nicht direkt an der Schau beteiligt sind, wie es heißt.

          Kunstwerk der Garten- und Landschaftsarchitektur

          Tatsächlich kann dieser Teil Oberhessens schon jetzt mit vielem punkten. Büdingen etwa mit einem der ältesten Schlösser Hessens und fast lückenlos erhaltenem Stadtkern aus vergangenen Jahrhunderten. Ortenberg kann ebenfalls ein gut instandgehaltene malerische Altstadt vorweisen, Glauburg lockt mit einem herausragenden archäologischen Denkmal, dem Glauberg, der einst ein Zentrum keltischer Kultur bildete. Der Kurpark in Bad Salzhausen, einer der ältesten in Deutschland, ist ein Kunstwerk der Garten- und Landschaftsarchitektur.

          Der Gederner See ist eingebettet in die Landschaft des Vogelsbergs, der größte urzeitlich Vulkanlandschaft Mitteleuropas. In den Niederungen von Nidda, Nidder, Seemenbach und Horloff hat sich eine Auenlandschaft mit einer Vielfalt an Flora und Fauna gebildet. All das lässt sich in einer Landesgartenschau herausstellen, die eine ganze Region zur Bühne macht. Wobei auch Dörfer und Landschaften in Szene gesetzt werden sollen, die sich abseits von Hauptwegen befinden, wie etwa die idyllischen Täler von Laisbach und Eichelbach. Hinz sagte, sie sei überzeugt, dass die Landesgartenschau in Oberhessen ein großer Erfolg und beispielhaft für andere Regionen werde.

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