Nach Stuttgart-Wahl : Petra Roth kritisiert Landes-CDU

Warum verliert die CDU reihenweise OB-Wahlen in Großstädten? Die langjährige Frankfurter Rathauschefin und CDU-Politikerin Petra Roth macht dafür auch die Landesverbände ihrer Partei verantwortlich.
Nach der Niederlage der CDU bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart hat die frühere Frankfurter Oberbürgermeistern Petra Roth (CDU) die programmatische Ausrichtung ihrer Partei kritisiert. Die Bürger in den Großstädten erwarteten Liberalität, Authentizität und Modernität, sagte Roth in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Die CDU im Bund vertrete einen modernen, intellektuell-pragmatischen Stil. Aber den Landesverbänden, die die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl benennen, fehle diese urbane Modernität.
Bei der Wahl in Stuttgart hatte die Union am vergangenen Sonntag den Chefsessel im Rathaus an den Grünen-Politiker Fritz Kuhn abgeben müssen. Die CDU habe damit innerhalb von zwei Jahren Wahlen in sieben Großstädten verloren, sagte Roth. Die Partei müsse sich nun fragen, warum die CDU-Kandidaten für das Amt in großen Städten nicht authentisch seien und es nicht schafften, das Lebensgefühl der Bürger dort zu treffen.
Roth sagte, eine moderne Großstadtpartei müsse Themen wie Ausländer, Integration, Drogenpolitik, Ganztagsschulen und Frauenemanzipation angehen, um erfolgreich zu sein. „Wenn eine Frau oder ein Mann das inhaltlich füllt mit Glaubwürdigkeit, dann werden sie auch gewählt. Dann wird daraus eben CDU-Politik.“





