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Muslimische Kita : Wo Rauch ist, da ist auch Feuer

  • -Aktualisiert am

Ende der muslimischen Kita: Tafel weist auf den Eingang des Al-Nur-Kindergartens. Bild: dpa

Die einzige muslimische Kita in Rheinland-Pfalz muss schließen. Die Nähe zum radikalen Islam hat dem einstigen Modell-Projekt den Todesstoß versetzt. Überraschend kommt das nicht. Ein Kommentar.

          Wo Rauch ist, da ist auch Feuer, heißt es. Und in dem vom Mainzer Arab Nil-Rhein Verein genutzten Gebäude an der Mombacher Straße lagen schon immer so dichte Schwaden in der Luft, dass man beim Verlassen des Hauses das ungute Gefühl hatte, die Sache wieder nicht richtig durchdrungen zu haben. Daran änderten – etwa am Tag der offenen Moschee – die gereichte Tasse Tee und das Gespräch mit dem stets freundlichen und dialogbereiten Vorsitzenden Samy El Hagrasy nichts.

          Was sich im Innern des Moscheevereins wirklich tat, was genau dort gesagt und gepredigt wurde, blieb Besuchern in aller Regel verborgen. Nur gelegentlich fiel einem der Gäste auf, dass dort islamische Schriften in den Regalen standen, die alles andere als gemäßigt seien. Hin und wieder schauten zudem Redner vorbei, die zuvor andernorts als Hassprediger aufgefallen waren. Alles nur „bedauerliche Einzelfälle“ hieß es dazu auf Nachfragen beschwichtigend; immer in der Hoffnung, dass sich der unangenehme Rauch bald wieder verziehen werde.

          Ein undurchsichtiger Ort

          Dass so ein undurchsichtiger Ort nicht der richtige Platz für eine Modell-Kita sein kann, wurde jetzt auch von der Landesregierung erkannt, die ebenso wie die Stadt Mainz viel zu lange am Al-Nur-Kindergarten festhielt, bis ihm gestern doch die Betriebserlaubnis entzogen wurde. Weil es einfach zu viele Ungereimtheiten gibt, die sich selbst vom redegewandten El Hagrasy nicht mehr wegdiskutieren lassen. Zum Beispiel, warum man sich als offizielle Prüfungsstelle für eine Online-Universität hat anerkennen lassen, deren zur salafistischen Szene gehörender Begründer unter anderem die Todessstrafe für Homosexuelle befürwortet.

          Womöglich spricht der überforderte Frontmann des Mainzer Moscheevereins längst nicht mehr für alle Strömungen des Vereins, sondern versucht vorrangig sein eigenes Lebenswerk zu retten. Von der Idee mit dem muslimischen Kindergarten wird er sich nun wohl verabschieden müssen. Die Frage, ob und inwieweit dieses Modell überhaupt ein Integrationsangebot sein kann oder ob es sich nicht doch um eine bewusst gewählte Form der Abschottung handelt, wurde schon zur Gründung der Al-Nur-Kita vor zehn Jahren kontrovers diskutiert.

          Für Letzteres spricht, dass selbst der eigens ins Leben gerufenen Wissenschaftliche Beirat nicht verhindern konnte, dass die vorgesehene musikalische Früherziehung von einigen Eltern abgelehnt wurde. Auch so etwas müsste beim nächsten Anlauf von Anfang an besser organisiert werden. Falls irgendwo im Land eines Tages noch einmal ein muslimischer Modell-Kindergarten genehmigt werden sollte.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

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