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Kliniken in Hessen : Wer wann noch Kniegelenke austauschen darf

Das Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt hat die notwendige Anzahl von Operationen an Kniegelenken 2018 nur geringfügig überschritten. Bild: Niklas Grapatin

Je seltener im Krankenhaus eine Operation gemacht wird, desto höher ist das Risiko von Komplikationen. Um die Qualität zu verbessern, werden künftig OP-Mindestmengen festgelegt.

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          Je mehr Erfahrung eine Klinik mit einer bestimmten Operation hat, desto geringer ist das Risiko von Komplikationen. Wie die Krankenkasse AOK Hessen mitteilt, haben Studien ergeben, dass deutlich mehr Patienten nach einem komplizierten Eingriff sterben, wenn bestimmte Fallzahlen in dem Krankenhaus nicht erreicht wurden. Aufgrund dieser Erkenntnis hat die Bundesregierung mit dem Krankenhausstruktur-Gesetz die Möglichkeit geschaffen, Mindestmengen für Behandlungen festzulegen. DAs soll die Qualität verbessern. Ein Krankenhaus, das die festgelegte Fallzahl nicht nachweisen kann, darf künftig die Leistung nicht mehr erbringen; es hat keinen Anspruch auf eine Vergütung durch die gesetzlichen Krankenkassen.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bisher sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin nach Angaben der AOK Hessen Mindestmengen für sieben planbare, hochkomplexe Eingriffe festgelegt worden. So dürfen von nächsten Jahr nicht mehr alle Krankenhäuser komplette Kniegelenk-Endoprothesen einsetzen. Auch Kinderkliniken, die Früh- und Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1250 Gramm versorgen, müssen bestimmte Fallzahlen vorweisen. Schwierige Eingriffe an der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse bleiben ebenfalls bestimmten Häusern vorbehalten. Fast nur noch die Universitätskliniken werden in Hessen künftig Lebern, Nieren und Stammzellen transplantieren. Die AOK hat gestern Listen der jeweils zugelassenen Krankenhäuser in Hessen veröffentlicht.

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