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Stadtverordnetenversammlung : Reizklima in der Römerkoalition

Zwischen den Frankfurter Stadträten brodelt die Luft. Bild: Marina Pepaj

Dicke Luft im Römer: Die Frankfurter Stadträte streiten sich auf offener Bühne, eine Dezernentin gerät unter Beschuss aus den eigenen Reihen, und ein Fraktionschef stellt das Ende des schwarz-rot-grünen Bündnisses in Aussicht.

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          Der Tag ist nicht mehr jung, als die Frankfurter Umweltdezernentin aus der Haut fährt. Es ist Donnerstagabend im Rathaus Römer, die Stadtverordneten tagen seit Stunden. Rosemarie Heilig von den Grünen springt vom Magistratsplatz auf, eilt zum Mikrofon und kritisiert ihren Vorredner für eine „Märchenstunde“ voller „Pillepalle“. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, käme der Vorredner aus der Opposition. Doch so ist es nicht. Heilig attackiert auf offener Bühne einen Magistratskollegen, und zwar den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling von der SPD. Der hat kurz zuvor kundgetan, Diesel-Fahrverbote in der Stadt seien wegen gesunkener Stickstoffdioxid-Werte „wahrscheinlich vom Tisch“.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Differenzen und Streit hat es in der seit 2016 bestehenden Frankfurter Regierungskoalition aus CDU, SPD und Grünen immer gegeben: Das Bündnis war von Anfang an eine Zweckgemeinschaft. Doch so schlecht wie in diesen Tagen war es um das Bündnis in Hessens größter Stadt noch nie bestellt. Die Koalition ist in vielen Fragen gespalten und zerstritten. Das Ganze geht über den branchenüblichen Theaterdonner hinaus.

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