Immer mehr Nichtwähler : In Teilen Frankfurts gibt nur noch jeder Zwanzigste seine Stimme ab

Der SPD und der Linken gehen in Frankfurt die Stammwähler verloren. Die Parteien haben das Problem erkannt, aber sie wissen keinen Rat. Kann Optimismus nach Art des „Bahnbabo“ ihnen helfen?
Der Bahnübergang an der Cassellastraße in Fechenheim entschleunigt. Wer es eilig hat, der wird hier ausgebremst, und wer nichts weiter zu tun hat, der reiht sich unauffällig ein in die Schlange der Wartenden, bis sich die Schranke nach – gefühlt – zehn Minuten endlich wieder öffnet. So wie die junge Frau im braunen Mantel. Sie steht mit einer Zigarette in der Hand am Bahnübergang. An der Stichwahl des Oberbürgermeisters hat sie sich nicht beteiligt: „Ich habe im Moment privat ganz andere Sorgen.“ Auf der gegenüberliegenden Seite berichtet ein älterer Mann mit grauen Haaren Ähnliches. Beim ersten Wahlgang hat er noch seine Stimme abgegeben, doch bei der Stichwahl sah er dazu keinen Grund mehr: „Ob nun SPD oder CDU, das macht doch keinen Unterschied.“
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