Briefe Johanna Teschs : „Furchtbares hat sich abgespielt“

Der Briefwechsel zwischen der SPD-Politikerin Johanna Tesch und ihrem Mann Richard liegt nun als Buch vor. Er zeichnet ein farbiges, subjektives Bild der Weimarer Republik.
Im neuen Bundestag sind die Frauen mit 34,7 Prozent auch noch nicht so vertreten, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspräche. Ein Jahrhundert zuvor sah es aber noch viel schlechter aus. In der Weimarer Nationalversammlung waren nur 37 von 423 Abgeordneten weiblich. Eine der Volksvertreterinnen war Johanna Tesch aus dem Frankfurter Riederwald. Die SPD-Genossin war kein Star am politischen Himmel der Weimarer Republik. In ihrer Zeit als Abgeordnete von 1919 bis 1925 hielt sie gerade einmal eine Rede. Was Johanna Tesch jetzt zur Protagonistin des Buches „Der Deiwel soll die ganze Politik holen“ gemacht hat, ist der Briefwechsel mit ihrem Mann Richard aus jener Zeit. Das Institut für Stadtgeschichte, der Frankfurter Verein für Arbeitergeschichte, die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte und die Enkelin Sonja Tesch haben ihn als kommentierten Auswahlband in der Heinrich Edition herausgegeben, wobei vor allem Briefe, die auf die damalige Politik Bezug nehmen, Aufnahme fanden.





