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Gaulands Anfänge : „Endlich einmal ins Licht treten“

  • -Aktualisiert am

Nicht wieder zu erkennen: Alexander Gauland, Parteivorsitzender der Alternative für Deutschland (AFD), bei einer Rede im Bundestag. Bild: dpa

Der AfD-Vorsitzende stand in Frankfurt immer in der zweiten Reihe hinter seinem Chef, dem CDU-Oberbürgermeister Walter Wallmann. Dennoch ist er dessen Ideengeber gewesen, wie sich zwei alte Mitstreiter erinnern.

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          Als Alexander Gauland jüngst als Vorsitzender der größten Oppositionsfraktion, der AfD, nach der Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an das Rednerpult des Bundestags trat, musste Hilmar Hoffmann, der frühere Kulturdezernent und heute 92 Jahre alt, vor dem Fernseher schmunzeln. „Der Gauland trägt immer noch die gleiche englische Jacke wie damals“, stellt er fest. Auch dem mittlerweile 96 Jahre alten Ernst Gerhardt, einst zusammen mit Hoffmann Mitglied des damaligen Frankfurter Magistrats unter dem CDU-Oberbürgermeister Walter Wallmann, fällt auf, dass Gauland sich weiterhin mit Vorliebe wie ein englischer Gentleman kleidet.

          Doch ansonsten erkennen sie in dem Mann, der die Kanzlerin vor sich herzutreiben droht und mit seiner Partei Fundamentalopposition gegen die CDU und die anderen Traditionsparteien betreibt, nicht mehr den Gauland, den sie damals in der Frankfurter Stadtregierung schätzen gelernt hatten. Gauland war in Frankfurt formell Wallmanns Referent, in Wirklichkeit aber – so haben es sowohl Hoffmann als auch Gerhardt empfunden – der Ideengeber des Oberbürgermeisters. Und ein weltoffener Streiter für eine liberale Großstadt- und Kulturpolitik.

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