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Kampf um CDU-Vorsitz : Befremden über Bewerbung von Helge Braun

  • -Aktualisiert am

Der geschäftsführende Kanzleramtsminister will der neue Chef der CDU werden. Bild: Imago

Zur Kandidatur des Merkel-Vertrauten Helge Braun als CDU-Vorsitzender gibt der hessische Landesvorstand kein Votum ab. Andernorts regt sich Häme über die Entscheidung des scheidenden Kanzleramtministers.

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          Der erste offizielle Kandidat als neuer Bundesvorsitzender der CDU ist ein Hesse: Der geschäftsführende Kanzleramtsminister und Merkel-Vertraute Helge Braun will Nachfolger des scheidenden Vorsitzenden Armin Laschet werden und hat von seinem Gießener Kreisverband schon am Mittwoch das Einverständnis dafür erhalten. Am späten Freitagnachmittag werden die Gießener Braun offiziell nominieren. Das hat ein Sprecher der hessischen Christdemokraten am Donnerstag auf Nachfrage mitgeteilt. Damit bestätigen sich die Meldungen der vergangenen Tage, dass Braun eine Kandidatur erwäge. Auf offizielle Rückendeckung der hessischen CDU muss er indes verzichten, denn der Landesvorstand wird kein Votum zu der Bewerbung abgeben. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wurde von der Kandidatur offenbar überrascht.

          Die hessischen Christdemokraten treffen sich an diesem Freitag zu einer virtuellen Sitzung des Präsidiums; anschließend tagt der Landesvorstand. Diese Sitzung war kurzfristig angesetzt worden. Braun will den Mitgliedern des Landesvorstands dort die Gründe für seine Bewerbung erläutern. Dass der Landesvorstand keinen Beschluss fassen möchte, ist ungewöhnlich, soll aber nach Auskunft des Sprechers verhindern, dass dem Mitgliederentscheid zur Nachfolge Laschets vorgegriffen wird.

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