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Bundesprogramm Elektromobilität : Klimaschonend unterwegs mit Strom statt Sprit

So soll die Zukunft der Mobilität aussehen. Bild: dpa

Hessen strebt eine führende Position bei der Entwicklung und Nutzung von Elektromobilität an. Das Land hat seine Bewerbung für das Bundesprogramm „Schaufenster der Elektromobilität“ eingereicht.

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          Hessen strebt eine führende Position bei der Entwicklung und Nutzung von Elektromobilität an. Das Land hat am Montag seine Bewerbung für das Bundesprogramm „Schaufenster der Elektromobilität“ eingereicht. Ziel dieses Vorhabens ist es, Deutschland zu einem „Leitmarkt und Leitanbieter“ für Elektroantriebe zu machen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2010 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Davon werden, geht es nach Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), 75.000 in Hessen fahren.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bouffier stellte am Montag im Frankfurter Rathaus Römer die hessische Bewerbung und einige beteiligte Partner vor, darunter Opel, Fraport und die Lufthansa. Der Bund will bis April drei bis fünf Regionen als „Schaufenster“ auswählen und deren Projekte finanziell unterstützen. Hessen geht mit 134Einzelvorhaben, deren finanzielles Volumen bei insgesamt 156Millionen Euro liegt, ins Rennen. Die Palette reicht vom Einsatz von Elektrofahrzeugen im karitativen Dienst über die Erprobung von Elektrobussen bis zu einem Versuch, durch Energie-Plus-Häuser Strom für Elektrofahrzeuge zu erzeugen. Im neuen Flughafenstadtteil Gateway Gardens sollen nach den Worten des Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (CDU) eine Vielzahl von Projekten verknüpft werden.

          Zuschüsse von 40 Millionen Euro möglich

          Auch andere Regionen wie Stuttgart, Hannover und das Ruhrgebiet kämpfen um die Fördergelder aus Berlin. Schon beim Programm „Modellregionen Elektromobilität“, in das die Bundesregierung von 2009 bis 2011 eine halbe Milliarde Euro investiert hatte, zählte Frankfurt/Rhein-Main zu den acht ausgewählten Modellregionen.

          Wäre Hessen mit seiner Bewerbung erfolgreich, könnte es laut Ministerpräsident Bouffier mit Zuschüssen von 40 Millionen Euro rechnen. Hessen würde Bouffier zufolge im Zeitraum von 2012 bis 2015 den Anteil des Bundes um 22Millionen Euro aufstocken. Diese Summe werde seine Regierung auch dann für die Erforschung und Erprobung von Elektromobilität einsetzen, sollte Hessens Bewerbung scheitern. Bouffier ist allerdings überzeugt davon, dass die Region Frankfurt/Rhein-Main obsiegen wird.

          Die Initiative der Landesregierung wird von mehr als 100 Partnern unterstützt

          Mit der Bewerbung verfolge Hessen das Ziel, die Mobilität ökologisch verträglich sicherzustellen und den Industriestandort mit dem Ausbau einer zukunftsträchtigen Technik zu stärken. Positive Effekte erwartet sich Bouffier für die Hochschulen im Land, welche die Möglichkeiten der Elektromobilität erforschten. Ferner werde der Antrieb mittels Strom dazu beitragen, das Klima zu schonen und die Klimaziele zu erreichen.

          Die Initiative der Landesregierung wird von mehr als 100 Partnern unterstützt, darunter Großunternehmen, Universitäten und die Handwerkskammer Rhein-Main. Karl-Friedrich Stracke, der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, schreibt seinem Konzern eine europäische Vorreiterrolle bei der Elektromobilität zu. Mit dem Ampera biete Opel als erster europäischer Hersteller ein alltagstaugliches Elektroauto an, das auf kurzen Strecken völlig emissionsfrei fahre und mehr als 500 Kilometer ohne Stopp zurücklegen könne. Allerdings koste die Elektrotechnik dieses Wagens noch deutlich mehr als ein normaler Motor.

          Staatskanzlei koordiniert Projekt

          Auch die Lufthansa beteiligt sich an dem „Schaufenster“-Projekt. Das Unternehmen wolle sich in Frankfurt mit Investitionen von 17Millionen Euro und mit elf Projekten beim Thema Elektromobilität engagieren, kündigte der Vorstandsvorsitzende Christoph Franz an. So wolle man beispielsweise einen elektrischen Schlepper testen, der Langstreckenflugzeuge ohne laufende Triebwerke zur Startbahn ziehe. Der Flughafenbetreiber Fraport, der nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden Stefan Schulte schon etwa zehn Prozent seiner Motorfahrzeuge auf Elektroantrieb umgestellt hat, will ein Netz von Ladestationen an gut erreichbaren Stellen auf dem Flughafengelände aufbauen.

          Für Holger Hanselka, den Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit in Darmstadt, geht es bei dem Vorhaben darum, die Forschungsgebiete der einzelnen Partner zusammenzuführen. Organisatorisch soll die Staatskanzlei unter Minister Axel Wintermeyer (CDU) das Projekt koordinieren.

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