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„Wer mich lieb hat, holt mich weg“

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So sah St. Moritz im Jahr 1856 aus - drei Jahre bevor Richard Wagner dort schlecht gelaunt zu Gast war.
So sah St. Moritz im Jahr 1856 aus - drei Jahre bevor Richard Wagner dort schlecht gelaunt zu Gast war.Dokumentationsbibliothek, St. Moritz

Er hat den Champagner in die Alpen gebracht: Richard Wagner war einer der ersten Touristen in St. Moritz – gefallen hat es ihm dort allerdings nicht

Nach fast 170 Jahren ist es etwas in Vergessenheit geraten, dass einer der ersten Touristen in St. Moritz ein ebenso prominenter wie anstrengender Deutscher war. Als in den 1850er-Jahren die ersten Sommergäste ins Oberengadin kamen, war kein Geringerer als Richard Wagner unter ihnen. Was Wagner in den Bergen erlebt hat, hat er in seinem Memoirenwerk „Mein Leben“ ziemlich detailliert aufgeschrieben. Im Sommer 1853 kam der damals 40-jährige Komponist nach St. Moritz. Nicht ganz freiwillig, denn wie viele andere hatte auch er Deutschland im Zuge der 1848er-Revolution verlassen müssen. Hinzu kamen die vielen Gläubiger, die ihm im Nacken saßen. Er lebte bereits in Zürich, als sein Hausarzt ihn zu einer „besonders geeigneten Kur“ nach St. Moritz schickte. Am 14. Juli fuhr er gemeinsam mit dem Dichter Georg Herwegh in einer Pferdekutsche in Zürich los und hatte schlechte Laune. In Chur übernachteten sie im Hotel Steinbock, einem „höchst unbequemen Gasthof“, und wurden „bei einem anhaltenden furchtbaren Regen“ zwei Tage aufgehalten, wie Wagner notierte. Sie mussten sich „mit Lektüre die Zeit vertreiben: ich griff zu dem ,West-östlichen Diwan‘ Goethes“. Sie schafften es schließlich über den Julierpass ins Engadin und erreichten St. Moritz. Aber dort wurde es nicht besser, „wir hatten mit dem wildesten Unterkommen vorliebzunehmen“, steht in seinen schlecht gelaunten Aufzeichnungen.

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