Tschetschenische Minderheit : Tourismus statt Salafismus

Wie schlimm muss es um ein Dorf stehen, in dem noch nicht einmal der Busfahrer anhalten will? Dabei setzt die tschetschenische Minderheit in Georgien jetzt auf Besucher aus dem Westen. Vor allem die Frauen wagen sich vor.
Kaum hat sich das hohe Metalltor hinter uns geschlossen, umgibt uns eine grüne Stille. Mit Weinlaub überwachsene Pergolas schützen den Garten vor der staubigen Straße. Eine holzgeschnitzte Veranda lädt zum Verweilen ein. Die hölzernen Dielenböden knarren leicht, als wir unsere Zimmer beziehen. Weiße Gardinen bauschen sich im Wind. Drei ebenso schlichte wie geschmackvoll eingerichtete Vierbett- und ein Doppelzimmer befinden sich entlang einer verglasten Veranda mit Blick auf den Garten. Vor allem aber ist es Nazys Lächeln, das uns die Nervosität vor dem vergessen lässt, was uns in Pankisi erwartet, in einem Tal, in dem unser georgischer Busfahrer nicht einmal für ein Picknick anhalten wollte, denn „hier wohnen nicht die Unsrigen“, wie er uns warnte.


