Mechatroniker-Ausbildung :
Chinas Werkstätten wollen deutscher werden

Von
Klaus Heimann
Lesezeit:
Cyprian Koscielniak

Die Chinesen bewundern die deutsche Ausbildung. Jetzt soll der Beruf des Kfz-Mechatronikers im Land etabliert werden. Aber längst nicht alle finden das gut.

Der chinesische Automarkt hat seine Tücken. Das musste ein Händler der italienischen Nobelmarke Maserati aus Qingdao schmerzhaft erfahren. Aus Frust über den Pfusch in der Werkstatt ließ der Autobesitzer seine viertürige Reiselimousine Quattroporte öffentlich, vor laufenden Kameras zerstören. Den schwarzen Luxuswagen, der 330 000 Euro gekostet haben soll, bearbeiteten vier Männer mit Vorschlaghämmern. Am Ende war nur ein Schrotthaufen übrig. Die Vertragswerkstatt habe einen miserablen Service abgeliefert, wird Besitzer Wang später in der Lokalpresse zitiert. Statt neuer Ersatzteile wurden gebrauchte getauscht, Probleme mit der Tür bekam die Werkstatt überhaupt nicht in Griff, und am Ende hätten die Service-Kräfte auch noch Kratzer auf dem Lack hinterlassen.

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