https://www.faz.net/-gum-9ysul

Loveparade-Prozess : Nebenkläger wehren sich gegen vorzeitiges Ende

  • -Aktualisiert am

Ein Justiz-Mitarbeiter steht Anfang des Jahres im Düsseldorfer Gerichtsaal vor Beginn der Verhandlung. (Archivbild) Bild: dpa

In Düsseldorf könnte der Prozess um das Loveparade-Unglück mit 21 Toten bald wegen Verjährung und der Corona-Krise eingestellt werden. Familienangehörige der Opfer beklagen, dies seien vorgeschobene Gründe.

          1 Min.

          Die Nebenkläger im Loveparade-Prozess appellieren an das Landgericht Duisburg, das Verfahren unbedingt fortzuführen. In einem gemeinsamen Schreiben argumentieren 14 Nebenklage-Anwälte, es gebe „keinen Grund, das Verfahren jetzt überstürzt einzustellen“.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Für die Einführung des 3800 Seiten umfassenden Gutachtens des vom Gericht bestellten Sachverständigen habe die Kammer schon vor der Corona-Krise Verhandlungstage reserviert. Von diesem Gutachten erhofften sich die Opfer und Hinterbliebenen „Struktur und Durchblick im Dickicht des sich mehrfach überlagernden multikausalen Geschehens“, das im Juli 2010 zur Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten geführt habe. Die Nebenkläger hätten viele Fragen an den Gutachter und müssten die Möglichkeit bekommen, diese Fragen in einer öffentlichen Verhandlung zu stellen.

          Der Düsseldorfer Opferanwalt Julius Reiter, der zwölf Nebenkläger vertritt, sagte dieser Zeitung, seine Mandanten hätten den Eindruck, das Gericht schiebe die Corona-Pandemie nur vor, um den Prozess „leise“ zu beenden. Dabei finde das Verfahren im weitläufigen Kongresszentrum der Messe Düsseldorf statt, wo es viel leichter als in jedem Gerichtsgebäude möglich sei, selbst unter strikten „Corona-Bedingungen“ zu verhandeln.

          Die Staatsanwaltschaft und alle drei noch verbliebenen Angeklagten haben einer Einstellung des Prozesses schon zugestimmt. Die Entscheidung, ob das Verfahren vorzeitig endet, fällt voraussichtlich am nächsten Sitzungstermin, dem 4. Mai.

          Topmeldungen

          Die Union will künftig mehr strategisches Denken in der Außenpolitik. Aber die Kanzlerin wird nicht mehr dabei sein.

          Wahlprogramm der Union : Im 21. Jahrhundert angekommen

          CDU und CSU wollen das strategische Denken in der Außen- und Sicherheitspolitik stärken. Die meisten anderen Parteien sind noch nicht so weit.

          EM-Debatte in München : Kampf um den Regenbogen

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der Stadtrat von München wollen zum EM-Spiel gegen Ungarn ein Zeichen setzen – gegen Viktor Orbán. Die UEFA spielt auf Zeit.

          F.A.Z.-Serie Schneller Schlau : Die Armut will einfach nicht weichen

          Der lange Wirtschaftsaufschwung und der Mindestlohn haben die gemessene Armut nicht verringert: In Deutschland sind sogar etwas mehr Menschen armutsgefährdet als vor zehn Jahren. Anders als oft behauptet, liegt das nicht nur an „den vielen Flüchtlingen“.
          Arafat Abou-Chaker trifft im August zu einem Verhandlungstermin im Gericht ein.

          Bushidos Frau über Abou-Chaker : Es war „eine völlige Überwachung“

          Anna-Maria Ferchichi, Bushidos Frau, spricht vor Gericht über die Methoden von Arafat Abou-Chaker. Anhand zahlreicher Geschichten zeichnet sie das Bild einer Beziehung, in der der Berliner Clanchef alles bestimmt haben soll.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.