Notre-Dame öffnet : Wiedergeburt des Erhabenen

In der kommenden Woche öffnet Notre-Dame nach dem verheerenden Brand wieder ihre Pforten. Dass dies so klappt, hätten viele Franzosen nicht für möglich gehalten.
Steht man in dem verwinkelten mittelalterlichen Stiftshaus in der Rue Chanoinesse in Paris, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Zumindest bis plötzlich die Fensterscheiben leicht zittern und Laurent Prades, der Generalverwalter von Notre-Dame, mitten im Satz abbricht: „Hören Sie?“ Ja, man hört es, deutlich: ein Glockenschlag, dann noch einer, bis wie zu einem improvisierten Konzert alle 21 Glocken der benachbarten Kathedrale erklingen, vom 13 Tonnen schweren „Emmanuel“ bis zur zierlichen, 470 Kilogramm leichten Glocke der Olympischen Sommerspiele. Der 49 Jahre alte Generalverwalter ist sichtlich bewegt: „Es ist das erste Mal seit dem Brand, dass die Glocken läuten.“
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