Solingen nach dem Anschlag : „Der Hass hat zugenommen“

Am Abend des 23. Augusts tötete ein abgelehnter Asylbewerber aus Syrien beim Stadtfest in Solingen drei Menschen. Seitdem herrscht Misstrauen in der Stadt – und muslimische Bürger fühlen sich einer Art Generalverdacht ausgesetzt.
Am Tag nach dem Anschlag war Janine Werner dreieinhalb Stunden bei der Polizei. Sie konnte die Kleidung des Täters beschreiben, einen Trainingsanzug, wie Jugendliche ihn manchmal tragen, mit tief hängendem Schritt. Sie erinnerte sich an seine Statur: „So’n dünner Hering war das“, sagt sie. Bis heute sieht Janine Werner vor sich, wie der Angreifer von einem seiner Opfer zur Seite gestoßen wurde, wie er sich wieder aufrappelte und wie er sich dann in einem Bogen nach vorne zur Bühne bewegte. „Das sah aus wie in so einem Karate-Kung-Fu-Kampffilm.“
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