Überfall der russischen Armee : So haben neun Ukrainer den Angriff auf ihr Land erlebt

Geweckt von Explosionen: Neun Ukrainer berichten, wie es ihnen am Tag 1 der russischen Invasion gegangen ist – und was jetzt ihre Befürchtungen, Hoffnungen und Pläne sind.
Um 4 Uhr früh weckten mich die Explosionen. Explosionen! In Kiew! Ich konnte es erst mal nicht glauben, habe die Nachrichten eingeschaltet. Und sah: Friedliche Städte im ganzen Land werden bombardiert. Am Abend zuvor hatte ich mich noch normal schlafen gelegt, ich wollte morgens wieder zu meiner Arbeit, als Social-Media-Managerin bei einer Marketingfirma. Doch stattdessen wurde mir klar: Ich muss wieder fliehen. Schon 2014 haben wir, meine Familie und meine Freunde, unsere Koffer gepackt und sind aus unserer Heimatstadt Luhansk geflohen. Diejenigen, die nicht gehen konnten, blieben unter Beschuss. Die Geschichte wiederholt sich jetzt, und in diesem Moment, als ich den Fernseher eingeschaltet hatte, konnte ich nicht mehr: Ich fiel zu Boden und weinte. Doch ich wusste auch, dass ich hier in meiner Hochhauswohnung nicht sicher bin. Deshalb packte ich schnell meine Taschen, Dokumente, Wasser, notwendige Dinge. Mein Freund holte mich zu Hause ab, da ich nicht allein gehen konnte. Wir fuhren zu einer Bar, wo ich früher gearbeitet habe, dort ist es sicherer, es gibt einen Luftschutzkeller in der Nähe. Es ist ein Albtraum. Ich appelliere an alle: Es ist Krieg mitten in Europa, bitte schweigt nicht! Viele Zivilisten könnten umkommen. Russland bringt uns um! Eleonora, 27 Jahre, Kiew





