Attacke am Frankfurter Bahnhof : „Bei vielen Eritreern löst die Lage große Verunsicherung aus“

Was denken Leute aus Eritrea, die hier leben, über die Tat? Unser Autor hat einen Ladeninhaber aus der Community getroffen und mit ihm über seine Ankunft in Deutschland, die AfD und Schuldzuweisungen gesprochen.
Tinsaeberhan Ghebreselasie kennt seine Kunden. Dem einen winkt er zu, dem anderen klopft er auf die Schulter, dem nächsten reicht er die Hand. Und er lacht. Nicht dieses professionelle Grinsen, bei dem sich nur die Mundwinkel bewegen, während die Augen ausdruckslos bleiben, sondern die gewinnende Panoramavariante. Sein Laden befindet sich schräg gegenüber vom Frankfurter Hauptbahnhof und heißt „Beauty Zone“. Viele Afrikaner kaufen dort ein, vor allem Menschen aus Eritrea: amerikanische Pflegeprodukte, Kaffeebohnen und Paprikapulver, Linsen und Stangenpfeffer. Tritt Ghebreselasie vor die Tür, geht es ungebremst gesellig weiter: Begrüßung, Smalltalk, Handschlag. Auch in der Gasse hinter dem Geschäft rufen ihm Menschen von der anderen Straßenseite aus etwas zu; man kennt ihn im Viertel.





