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Sexuelle Übergriffe : Was wir über die Attacken in der Silvesternacht wissen

  • Aktualisiert am

Ein Blick auf den Tatort, eine Woche nach Silvester: Reisende vor dem Hauptbahnhof in Köln. Bild: dpa

Eine Woche nach dem Jahreswechsel kommen immer mehr Details über die Angriffe auf Frauen in Köln und anderen deutschen Städten ans Licht. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Was ist passiert?

          In der Silvesternacht waren nach Angaben der Polizei auf dem Platz vor dem Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen im Getümmel angegriffen worden. Aus einer Gruppe von rund 1000 Männern brachen wohl immer wieder einzelne Kleingruppen aus und bedrängten Frauen sexuell und bestahlen sie. Augenzeugen und Opfer hatten ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft. Inzwischen wurden mehr als 100 Anzeigen erstattet. In anderen deutschen Städten kam es zu ähnlichen Attacken, zum Beispiel in Hamburg und Düsseldorf. In der Hansestadt liegen mittlerweile mehr als 50 Anzeigen von Opfern sexueller Übergriffe oder Diebstählen vor. In Düsseldorf gingen elf Anzeigen ein.

          Geht es um organisierte Kriminalität?

          Einiges spricht dafür. „Tat- und Täterbeschreibungen lassen es derzeit zumindest nicht als ausgeschlossen erscheinen, dass das Geschehen organisierten Täterstrukturen zuzurechnen ist“, teilte die Abteilung für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität der Staatsanwaltschaft Köln mit. Justizminister Heiko Maas schloss nicht aus, dass die Taten in den unterschiedlichen Städten in einem Zusammenhang stehen.

          Hat die Polizei bereits erste Verdächtige?

          Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) sind bislang drei Tatverdächtige identifiziert, die direkt etwas mit den Übergriffen zu tun haben sollen. Diese Zahl bekräftigte am Mittwochabend ein Sprecher des Ministeriums. Zuvor hatte die Kölner Polizei darauf hingewiesen, dass sie insgesamt mehrere mutmaßliche Taschendiebe dahingehend überprüfe, ob sie ebenfalls an den Übergriffen beteiligt waren. Festgenommen wurden diese Verdächtigen jedoch unabhängig von den Vorfällen vor dem Bahnhof. Die angegangenen Frauen hätten sich entfernt und seien nun gebeten, sich zu melden.

          Warum wird die Polizei kritisiert?

          Innenminister Thomas de Maizière kritisiert, dass die Polizei zu spät reagiert habe. Es könne nicht sein, dass erst der Vorplatz des Bahnhofs geräumt werde - „und später finden diese Ereignisse statt, und man wartet auf Anzeigen. So kann Polizei nicht arbeiten„. Auch FDP-Chef Christian Lindner kritisierte die Arbeit der Polizei.

          Warum reagierte die Polizei erst so spät?

          Die Polizei verteidigt sich damit, dass es in der Silvesternacht extrem unübersichtlich gewesen sei. „Aufgrund des großen Gedränges, der Dunkelheit und der Menschenmassen war ein Großteil der Vorfälle für die eingesetzten Beamten nicht erkennbar und trat erst am Folgetag durch die Vielzahl der Strafanzeigen in der nun bekannten Deutlichkeit zutage“, sagte der in die Kritik geratene Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers der „Kölner Rundschau“. Einen Rücktritt schließt er weiter aus. Er selbst habe im Verlauf des Neujahrsmorgens von den Vorgängen Kenntnis erhalten.

          Was sind die nächsten Schritte?

          Die Polizei in Köln plant, die Ermittlungsgruppe Neujahr, die die sexuellen Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof untersucht, auf 80 Mitarbeiter aufzustocken. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ aus Polizeikreisen. Als die Ermittlungsgruppe Neujahr nach Bekanntwerden der Übergriffe am 1. Januar eingerichtet wurde, waren es nur neun Beamte.

          Wie reagiert die Politik?

          Es steht noch nicht fest, ob es sich bei den Tätern um Asylbewerber handelt. Dennoch wird über die Möglichkeit schnellerer Abschiebungen diskutiert. Auf derartige Forderungen der Union reagieren SPD-Politiker jedoch mit Skepsis.

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