Messerangriff in Hamburg : „Wir brauchen eine bessere Risikoeinschätzung“

Im Wahn gefangen: Psychische Erkrankungen wie Schizophrenie können das Risiko für Gewalttaten erhöhen. Die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh erklärt, wie Psychosen zu Gewalttaten im öffentlichen Raum führen können.
Die 39 Jahre alte Frau, die am Freitagabend auf dem Hamburger Hauptbahnhof wahllos Menschen mit dem Messer angegriffen und 15 Personen zum Teil schwer verletzt hat, soll in die Psychiatrie eingewiesen werden. Dort war sie zuvor auch schon untergebracht: Nach Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Niedersachsen wurde sie Anfang Mai in einem „hilflosen“ Zustand aufgegriffen und in die Psychiatrie gebracht. Drei Wochen lang wurde sie in einer Klinik im Landkreis Cuxhaven behandelt, bevor sie entlassen wurde – offenbar einen Tag vor der Tat. Für eine weitere Behandlung habe es keinen „medizinischen Befund“ gegeben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Niedersachsen am Sonntag mit. An welcher psychischen Erkrankung die Frau leidet, wird aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht nicht mitgeteilt.


