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Elektromobilität an der Börse : Aktien unter Strom

  • -Aktualisiert am

Möglicherweise überbewertet: Trotzdem sollten Anleger jetzt in Aktien des Autobauers Tesla investieren. Bild: Reuters

Die Elektromobilität setzt sich langsam durch. Jetzt ist die richtige Zeit, um als Anleger einzusteigen. Es muss aber nicht immer der Autobauer sein.

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          Die Idee vom abgasfreien Autofahren elektrisiert zurzeit die Welt. Manche sehen das Jahr 2017 schon als jenes Jahr, in dem die Elektromobilität ihren Durchbruch gefeiert hat. Gut, das prognostizierten Marktbeteiligte schon öfter, auch 2016 wurde so betitelt. Doch diesmal, beteuern Mobilitätsexperten, stimme es wirklich: Weil die Branche auf der Automobilmesse IAA erstmals ihre E-Mobile in den Vordergrund rückte und – unter dem Druck der Dieselaffäre – kaum noch von etwas anderem sprach.

          Erstens: Weil ein Verbot von Verbrennungsmotoren im Raum stand, das übrigens in Holland, Norwegen, Indien und Frankreich längst ausgesprochen ist. In jenen Ländern wird man von 2025 oder 2030 an keine Spritautos mehr kaufen können. Zweitens: Weil Tesla sein Modell 3 ausliefert, das erste erschwingliche Massenmodell. Drittens: Weil China die E-Quote einführt, von 2019 an muss dort jedes zehnte verkaufte Fahrzeug ein Elektroauto sein. All das lässt Experten sagen: Die Elektrorevolution ist in vollem Gange.

          Ist Tesla überbewertet?

          „Ich glaube, dass wir den Umbruch viel schneller miterleben werden, als wir alle glauben“, sagt Markus Lienkamp, Professor für Fahrzeugtechnik an der TU München, „spätestens in fünf Jahren.“ Dann könnten hierzulande ebenso viele E-Autos verkauft werden wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das klingt überaus optimistisch. Auch die Bundesregierung gibt sich hoffnungsfroh und will noch immer eine Million E-Autos bis 2020 auf die Straßen bringen. Bisher sind es nur 34 000. Genau genommen sind selbst die 340.000 Stromer, die 2016 in China verkauft wurden, nur ein kleiner Funke, denn sie machen erst zwei Prozent aller chinesischen Autokäufe aus. Aber, so sagt Lienkamp: „Wir neigen stets dazu, die Entwicklung in den nächsten zwei Jahren zu überschätzen – unterschätzen aber, wo die Industrie in zehn Jahren sein wird.“

          TESLA INC. DL -,001

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          Wenn die Branche also nun Gas gibt: Wann, wenn nicht jetzt, wäre der richtige Zeitpunkt, auf Firmen zu setzen, die davon profitieren? Es sind ja längst nicht nur Autopioniere wie Tesla und das chinesische BYD (was ausgeschrieben nichts weniger heißt als „Build Your Dreams“), die am E-Hype gewinnen. Wobei Analysten Tesla inzwischen für deutlich überbewertet halten. Das Unternehmen ist an der Börse 50 Milliarden Dollar wert, jede Aktie kostet etwa 300 Dollar. Die Produktion aber blieb 2017 weit hinter den Zielen zurück. Der operative Verlust blähte sich sogar wieder auf eine Milliarde Dollar auf.

          VOLTABOX AG INH. O.N.

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          Deshalb finden die Analysten der Nord LB: „Die Tesla-Aktie ist eine extreme Wette auf die Zukunft.“ Ob der Kurs weiter steige, hänge sehr stark davon ab, ob Tesla es schaffe, vom kleinen Premiumhersteller zum Massenhersteller von Millionen Fahrzeugen zu werden. Ohne Probleme und Anlaufschwierigkeiten werde das nicht vonstattengehen. „Man fragt sich schon, was zuerst passiert: Dass Elon Musk mit SpaceX zum Mars fliegt, oder dass Tesla schwarze Zahlen schreibt.“

          Anleger können auch auf Materialien setzen

          Der chinesische Konkurrent BYD dagegen fährt schon Gewinne ein und verkaufte im vergangenen Jahr 100.000 Autos. Er baut ebenfalls eine Batterie-Gigafabrik wie Tesla, profitiert allerdings auch stark davon, dass der größte E-Automarkt der Welt stark abgeschottet ist. Chinesische Produzenten dominieren mit 94 Prozent Marktanteil ihre Heimat. Demnächst will BYD auch den amerikanischen Markt erobern. Analysten warnen, dass die Aktie zwar seit 2014 um 63 Prozent zugelegt hat, aber ein sehr spekulativer Wert ist. Immerhin zockt Warren Buffet neuerdings damit. Wer sich dranhängen will: Für 7,55 Euro ist BYD an der Börse Stuttgart günstig zu haben.

          Man kann das Thema Elektromobilität als Anleger aber auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchdeklinieren: Um künftig Millionen Elektroautos zu bauen, braucht es mehr Elektronikkomponenten, Halbleiter, Kabelsysteme, Ladestationen, Batterien und massenhaft Rohstoffe wie Kupfer und Lithium. Vielleicht auch Silizium. Letzteres gilt als Hoffnungsträger für die Batteriebranche, es ist günstig und kann viel mehr Energie speichern. Das würde das Problem der geringen Reichweite von E-Autos lösen. Ein deutscher Forscherverbund arbeitet deswegen an Siliziumbatterien. Noch ist das Silizium nicht stabil genug, deshalb ist die Lebensdauer solcher Batterien kurz. Entwickeln die Forscher die haltbare Siliziumbatterie, würde der Chemiekonzern Wacker Chemie davon profitieren, der bereits im Siliziumwafergeschäft ist. Er schaffte zuletzt einen Kurssprung um 50 Prozent in drei Jahren. Mittlerweile steckt aber viel Phantasie im Kurs, die Mehrzahl der Analysten stuft die Aktie auf „Halten“.

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