https://www.faz.net/-gv6-9cmn1

Bilanzen locken Anleger : PSA-Aktie nach Zahlen auf Zehn-Jahres-Hoch

  • Aktualisiert am

Produktion bei Peugot: Der französische Autokonzern verdiente zuletzt sehr gut. Bild: AFP

Sehr gut aufgenommene Geschäftszahlen der Opel-Mutter PSA geben am Dienstag der ganzen gebeutelten Autobranche Auftrieb. Eine andere Branche steht ebenfalls in der Anlegergunst weit vorne.

          Positive Quartalszahlen einiger europäischer Konzerne sowie chinesische Konjunkturhoffnungen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag beflügelt. Nach drei Tagen mit Kursverlusten in Folge stieg der Dax am Dienstag um 1,4 Prozent auf 12.728 Punkte.

          Der EuroStoxx50 gewann 0,9 Prozent auf 3486 Zähler. Zur positiven Stimmung trügen außerdem Spekulationen auf Konjunkturprogramme beim wichtigen Handelspartner China bei, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Offenbar wolle die Regierung in Peking mögliche Ausfälle im Exportgeschäft wegen des Handelsstreits mit Amerika durch eine Ankurbelung der Binnen-Nachfrage ausgleichen.

          Vor diesem Hintergrund warteten Anleger gespannt auf das Gespräch zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Präsident Donald Trump am Mittwoch. Thema sind die drohenden Zölle Amerikas auf europäische Autos.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          „Trump zeigt sich vor dem Treffen mit Juncker auffällig ruhig“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Daher folge der Aktienmarkt einem bewährten Muster: „Im Zweifel für den Angeklagten und ohne neue Trump-Tweets kein neuer Einbruch, aber immer gepaart mit der Bereitschaft für schnelle Korrekturen.“

          Technologiewerte dank Alphabet gefragt

          Mit Erleichterung reagierten Investoren auf das Stimmungsbarometer der europäischen Einkaufsmanager. Zwar sei dieses insgesamt leicht gesunken, ermutigend sei aber der Anstieg im verarbeitenden Gewerbe, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Letzteres ist in die globalen Lieferketten eingebunden und fungiert deshalb auch als Wasserstandsmesser für die Zollkonflikte.“ Der Euro verteuerte sich bis zum Mittag auf 1,1690 von zuvor 1,1674 Dollar.

          In der Technologiebranche machte die gestiegene Gewinnmarge der Google-Mutter Alphabet Investoren Mut. Deren Aktien stiegen im vorbörslichen US-Geschäft um 4,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 1260,30 Dollar. Diesseits des Atlantik verhalf ein zuversichtlicher Ausblick dem österreichischen Apple-Zulieferer AMS zu einem Kursplus von zeitweise gut 13 Prozent. „Dies schürt Hoffnungen auf ähnlich optimistische Aussagen bei Dialog Semiconductor“, sagte ein Börsianer. Die Papiere des deutschen Chip-Designers gewannen bis zu vier Prozent. Andere Halbleiter-Hersteller wie Infineon oder STMicro notierten bis zu fünf Prozent fester.

          Rückenwind erhielt der Dax von den Aktien der Automobilhersteller: Papiere von BMW, Daimler und Volkswagen legten nach überzeugenden Quartalszahlen der französischen PSA
          zwischen 2,4 und 3,4 Prozent zu. Die Deutsche Bank sprach zudem in einem Marktkommentar von einer freundlichen Stimmung an den Börsen dank der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik in China im zweiten Halbjahr.

          Peugeot-Aktie auf Zehn-Jahres-Hoch

          In Paris stiegen die Titel von Peugeot um knapp 13 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Hoch von zwölf Euro. Dank der Rückkehr der deutschen Tochter Opel in die Gewinnzone verdiente der französische Autobauer im ersten Halbjahr überraschend viel. Selbst wenn man die ungewöhnlich geringen Abschreibungen und Investitionen herausrechne, sei das Ergebnis beeindruckend, urteilten die Experten der Investmentbank Jefferies.

          Gefragt waren auch die Finanzwerte, deren europäischer Branchenindex 1,8 Prozent zulegte. Die Commerzbank setzte sich mit einem Kursplus von 3,4 Prozent an die Spitze des Dax. Die italienische HVB-Mutter Unicredit gewann 3,5 Prozent und die spanische BBVA 2,8 Prozent. Die Rally gehe aber nur zum Teil auf das Konto der überraschend starken Zahlen des Schweizer Geldhauses UBS zurück, betonte ein Börsianer. „Wichtiger sind die weltweit steigenden Renditen.“ An ihnen orientieren sich die Kreditzinsen. Die zehnjährigen Staatsanleihen des Bundes und der Vereinigten Staaten rentierten mit 0,424 und 2,965 Prozent jeweils auf dem Niveau von Anfang Juni.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.
          Bittet zum Rapport: Gauland bei einem Wahlkampftermin in Thüringen

          Streit in der AfD : Zum Vorsprechen bei Gauland

          Die AfD-Führung zitierte am Freitag einige Unruhestifter zum Rapport – einer kam gar nicht erst, sondern schimpfte auf Facebook. Andere verkündeten den Frieden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.