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Insider : Alibaba kurz vor Börsengang in Hongkong

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Arbeiter sortieren Pakete in einem chinesischen Logistikzentrum Bild: AFP

Der Internetriese aus China will trotz der anti-chinesischen Proteste in Hongkong seinen Börsengang dort durchziehen. Das Unternehmen ist dabei schon in New York gelistet.

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          Der chinesische Amazon-Rivale Alibaba steht Insidern zufolge in den Startlöchern für seinen seit Monaten angepeilten Börsengang in Hongkong. Der Startschuss könnte bereits am Donnerstag erfolgen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei über das Vorhaben informierten Personen. Mit erwarteten Einnahmen von bis zu 13,4 Milliarden Dollar wäre es die weltweit größte Zweitnotierung über Ländergrenzen hinweg. Auch wenn das Management den Donnerstag als Termin anpeile, könnte es einem anderen Insider zufolge wegen der Massenproteste in der Finanzmetropole aber erneut zu Verzögerungen kommen. Eine Firmensprecherin wollte sich nicht zu einem Termin äußern.

          Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe Alibaba bei der Hongkonger Börse einen Antrag auf ein Listing gestellt.

          Laut Reuters sagte ein Insider, dass der Internethandelsriese am Mittwochabend einen vorläufigen Emissionsprospekt auf der Webseite der Hongkonger Börse veröffentlichen wolle. Die Firma wolle bis zu 500 Millionen Primäraktien ausgeben. Inklusive einer Mehrzuteilungsoption könnte der IPO damit 13,4 Milliarden Dollar einspielen. Zunächst waren Einnahmen in Höhe von 15 Milliarden Dollar erwartet worden. Der Deal war im Sommer wegen der zunehmenden Anti-Regierungsproteste verschoben worden.

          Es wird erwartet, dass die Aktien in Hongkong im Vergleich zu der Notierung in Amerika mit einem Abschlag von fünf Prozent angeboten werden. Alibaba hatte darauf gesetzt, dass das weltgrößte Shopping-Event im Internethandel, der sogenannte Singles Day am Montag, den Kurs in New York anschiebt.

          ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8

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          Alibaba setzte dabei in 24 Stunden 38,4 Milliarden Dollar um und damit mehr als Amazon mit Internetverkäufen in einem ganzen Quartal. Da das aber mit dem niedrigsten Zuwachs seit Einführung der Rabattschlacht einherging, bewegte sich der US-Kurs nicht von der Stelle. Alibaba hatte 2014 mit dem Börsengang in New York mit Einnahmen von 25 Milliarden Dollar bereits den weltweit größten Börsengang hingelegt.

          Noch hat der chinesische Internethändler offen gelassen, was er mit den Milliarden aus der Zweitplatzierung genau anfangen will. Zuletzt hatte der Konzern versucht, seine Kundenbasis in der Volksrepublik auszubauen und stärker die Bevölkerung außerhalb chinesischer Mega-Cities ins Visier zu nehmen. Für den Gang auf das Börsenparkett in Hongkong habe Alibaba sicherheitshalber auch an anderer Seite Vorkehrungen getroffen, sagten die Insider. Als Kennziffer für die Aktie sei „9988“ gewählt worden. Für Chinesen seien das zwei Glückszahlen, die zusammen lang anhaltenden Wohlstand symbolisierten.

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