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Wochenausblick : Spannender Anlegermix an den Börsen

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In der neuen Börsenwoche werden in Amerika viele Dow Jones-Konzerne Bilanz ziehen. Bild: Reuters

Die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks sowie Wirtschaftsdaten aus China könnten den deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche aus seiner zuletzt phasenweisen Lethargie befrei

          Anleger dürften die jüngste Aktienkursrally nach Einschätzung von Börsianern am Montag erst einmal für Gewinnmitnahmen nutzen. Kursgewinne bei Versorgern und Finanzwerten hatten den Dax am Freitag 1,6 Prozent ins Plus auf 10.580,38 Punkte gehievt.

          Ihre Aufmerksamkeit richten Investoren unter anderem auf Konjunkturdaten aus Amerika, von denen sie sich Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten Zinserhöhungen der Notenbank Fed erhoffen. Am Freitag hatte deren Chefin Janet Yellen betont, dass ihr Haus künftig schneller auf wirtschaftliche Krisen reagieren müsse. Darüber hinaus geht die Bilanzsaison am Montag in die nächste Runde: Bank of America und der IT-Konzern IBM öffnen ihre Bücher. 

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          „Die Aussagen der Fed-Chefin kann man sehr wohl als weiteren Schritt zur Vorbereitung des Zinsschrittes im Dezember werten", sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Daneben dürfte es in Anbetracht des am Donnerstag anstehenden Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) seines Erachtens aber auch zunehmend Spekulationen darüber geben, wie die Geldpolitik hierzulande fortgesetzt wird. "Schließlich warten die Investoren auf ein Zeichen, wie es mit dem QE-Programm weitergehen soll."

          An der Wall Street waren die Indizes am Freitag nach Börsenschluss in Deutschland abgebröckelt. Der Dow Jones  beendete die Sitzung 0,2 Prozent höher, während der Nasdaq fast unverändert bei 5214,16 Stellen blieb. Der S&P500 stagnierte ebenfalls bei 2132,98 Punkten. In Tokio zog der Nikkei-Index am Montag um 0,2 Prozent auf 16.888 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite blieb fast unverändert bei 3065 Punkten.

          Die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks sowie Wirtschaftsdaten aus China könnten aber den deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche aus seiner zuletzt phasenweisen Lethargie befreien. Im Fokus steht auch die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), von der jedoch keine entscheidenden Impulse erwartet werden.

          China bleibt ein Thema an den Börsen

          Den China-Daten zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal wird  von Marktbeobachtern ein hohes Einflusspotenzial für den weiteren Dax-Verlauf zugesprochen. Sie stehen am kommenden Mittwoch an. Der Dekabank zufolge dürfte das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit 6,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum nahezu unverändert geblieben sein. Die Wirtschaft liege damit auf Kurs, das offizielle Jahreswachstumsziel zu erreichen. Wie sehr China die Märkte bewegen kann, hatten die Marktteilnehmer zuletzt in der abgelaufenen Woche zu spüren bekommen. Und zu Jahresbeginn waren die Börsen weltweit sogar wegen Sorgen um die Konjunktur des Landes über Wochen hinweg auf steile Talfahrt gegangen.

          Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen zudem die Vereinigten Staaten für den deutschen Aktienmarkt, dient doch die Wall Street häufig als Taktgeber. Aus dem 30 Unternehmen umfassenden Leitindex Dow Jones Industrial berichten in der neuen Woche allein zehn über das abgelaufene Quartal. Unter ihnen befinden sich Intel und Microsoft, aber auch GE, Goldman Sachs oder McDonald's.

          Laut Analyst Markus Reinwand von der Helaba hellen sich die Gewinnperspektiven für amerikanische Unternehmen allmählich auf. Sie würden zwar durch die voraussichtlich im Dezember anstehende Zinserhöhung der  Notenbank Fed überschattet, doch es sei nicht davon auszugehen, dass damit eine Trendwende bei Aktien eingeleitet werde. Die Zinsen dürften nur in dem Ausmaß angehoben werden, wie sich auch die Konjunktur- und damit die Gewinnperspektiven verbesserten.

          Am Montag sollten daher die amerikanischen Daten zur Industrieproduktion sowie die Verbraucherpreise am Dienstag interessieren. Insbesondere die Daten zur Teuerung sind für die Währungshüter in den Vereinigten Staaten wichtig für die weitere Geldpolitik.

          Daimler und SAP berichten aus dem Dax

          Am frühen Donnerstagmorgen mitteleuropäischer Zeit rückt mit dem letzten von drei Fernsehduellen zwischen Hillary Clinton und Donald Trump auch der Wahlkampf um die Präsidentschaft Amerikas wieder stärker in den Fokus. Laut der LBBW bleibt die Wahl ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Aktienmärkte. Die Schaukelbörse, wie zuletzt erlebt, dürfte zunächst erhalten bleiben, hieß es. Dazu trägt nicht zuletzt auch die Überzeugung bei, dass die Notenbank Fed vor einem weiteren Zinsschritt wohl erst den Wahlausgang am 8. November abwarten werde.

          In Europa dürften am Donnerstag zur Sitzung der EZB besondere Maßnahmen ausbleiben. "Der EZB-Rat wird wohl noch keine Entscheidungen treffen, das Anleihekaufprogramm zu verlängern oder anzupassen", heißt es von der Commerzbank.

          Hierzulande geht derweil die Berichtssaison am Dienstag mit den Geschäftszahlen des Handelskonzerns Metro und des Online-Modehändlers Zalando  weiter. Der auf Tierbedarf spezialisierte Internethändler Zooplus folgt mit Umsatzzahlen am Donnerstag, bevor am Freitag mit dem Softwarekonzern SAP und dem Autobauer Daimler zwei Dax-Konzerne die Blicke in die Bücher gewähren. Konjunkturdaten aus der Eurozone sind in der neuen Woche bis auf das Verbrauchervertrauen am Freitag Mangelware.

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